Am Donnerstagnachmittag, genau genommen gegen 15:00 Uhr, passierte auf der Seefelder Straße B177 im Gemeindegebiet von Zirl ein Vorfall, der so manch einen Autofahrer aus dem Konzept bringen könnte. Ein deutsches Ehepaar war mit ihrem Wohnmobil unterwegs, als der 38-jährige Fahrer eine besorgniserregende Überhitzung des Motors bemerkte. Der Schreck saß tief, als er das Fahrzeug am Rastplatz „Linserkurve“ abstellte und Rauch aus dem Motorraum aufstieg. Eigene Löschversuche mit einem Feuerlöscher? Leider ohne Erfolg. Ein Notruf musste her – und das schnell!
Die Freiwillige Feuerwehr Zirl, unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Reith bei Seefeld, rückte mit vollem Einsatz an. Fünf Feuerwehrfahrzeuge und 28 Kräfte waren im Einsatz, dazu kamen zwei Rettungsfahrzeuge mit vier Einsatzkräften und eine Polizeistreife. Während die Flammen am Wohnmobil loderte, sorgten die Einsatzkräfte dafür, dass die Seefelder Straße für andere Verkehrsteilnehmer nicht mehr passierbar war. Glücklicherweise blieben das Ehepaar und ihr Hund unverletzt. Details zur Brandursache sind aktuell noch nicht bekannt, und auch Schäden an umliegenden Objekten wurden nicht gemeldet.
Rauchentwicklung in Hall
Am selben Abend, nur wenige Stunden später, wurde die Feuerwehr in Hall in Tirol alarmiert. Eine aufmerksame Bewohnerin bemerkte gegen 22:45 Uhr Rauch im Stiegenhaus eines Mehrparteienhauses. Sofort wurde die Feuerwehr gerufen, und bei deren Eintreffen hatten bereits mehrere Bewohner das Gebäude verlassen. Vor Ort stellte sich heraus, dass das Stiegenhaus nur mittelmäßig verraucht war, aber dennoch alle Bewohner aufgefordert wurden, das Haus zu verlassen – Sicherheit geht schließlich vor.
Der Bereich um das Wohngebäude wurde weiträumig abgesperrt, da sich viele Schaulustige einfanden. Eine Wärmebildkamera zur Kontrolle ergab jedoch keine Hinweise auf einen Brandherd. Zudem konnte ein Kaminkehrer keine Ursache feststellen. Nach sorgfältiger Belüftung des Gebäudes durften die 45 Bewohner der neun Wohnungen schließlich zurückkehren. Auch hier waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hall in Tirol mit vier Fahrzeugen und 17 Kräften vor Ort, unterstützt von einem Rettungsfahrzeug sowie der Polizei und einem Kaminkehrer.
Ein Blick auf die Brandschutzstatistik
Solche Vorfälle werfen natürlich auch einen Blick auf die Bedeutung von Brandschutz und Prävention. Die vfdb-Brandschadenstatistik, die seit Jahren eine zentrale Rolle in der Risikobewertung von Gebäudebränden spielt, hat sich als wertvolles Instrument etabliert. Über 5.000 Gebäudebrandeinsätze wurden zwischen 2013 und 2017 erfasst. Dabei zeigt sich, dass Küchen mit 27 % der häufigsten Brandentstehungsorte in Wohngebäuden fast die Hälfte aller Brände ausmachen. Besonders bemerkenswert ist, dass 83 % dieser Brände bis zum zweiten Obergeschoss auftreten – ein Fakt, der uns alle zum Nachdenken anregen sollte.
Die Herausforderungen im Holzbau, fortgeschrittene Brandausbreitung und größerer Löschwasserbedarf sind Aspekte, die nicht ignoriert werden dürfen. Zudem wurde erkannt, dass neue Brandrisiken, wie die durch Elektromobilität, in die Datenerfassung einfließen müssen. So könnte ein kleiner Aufwand von durchschnittlich zwei Minuten pro Einsatz einen wertvollen Beitrag zum Brandschutz leisten, um die Sicherheit in unseren Wohnräumen zu erhöhen.