Valentino Hutter aus Weiz ist ein Name, den man sich merken sollte. Vor drei Jahren hat er beim Erzbergrodeo, dem härtesten Enduro-Rennen der Welt, sein Können unter Beweis gestellt. Mit zarten 15 Jahren war er der jüngste Fahrer im Feld und startete mutig mit der Nummer neun. Neben ihm standen Größen wie Trystan Hart und Manuel Lettenbichler – eine beeindruckende Kulisse! Das gesamte Spektakel zieht jedes Jahr zigtausende Zuschauer an und wird von einem Kamera-Team begleitet, das keinen Moment des Adrenalins auslässt.

Am Sonntag, dem großen Tag des Red Bull Rodeos, möchte Hutter wieder sein Bestes geben. Um sich zu qualifizieren, gilt es, in zwei Prolog-Läufen an diesem Freitag und Samstag, ab 9 Uhr, unter die Top 500 zu kommen. Hutter ist optimistisch, obwohl er die Gefahren, die dieser Prolog mit sich bringt, nicht unterschätzt. Besonders herausfordernd ist, dass er nicht speziell für das Hard-Enduro trainiert hat, was ihm jedoch bewusst ist. Er weiß, wo seine Grenzen liegen – oder auch nicht, denn „es gibt genug, die ihre Grenzen nicht kennen“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Ein herausforderndes Terrain

Das Erzbergrodeo ist nicht nur ein Rennen, sondern ein Event, das seit 1995 jährlich im Mai oder Juni am Erzberg bei Eisenerz, Österreich, stattfindet. Es ist das größte Enduro-Rennen in Europa und zieht Teilnehmer aus über 40 Nationen an. Witzigerweise gibt es keine Start- oder Preisgelder – jeder fährt auf eigene Kosten, was die Leidenschaft der Fahrer nur noch mehr unterstreicht. Valentino, der nach seinem italienischen Uropa benannt wurde und nicht nach dem berühmten Rossi, wird auch dieses Jahr seine „GasGas EC300“ ins Rennen schicken, die mit ihren 110 Kilogramm schon mal ordentlich auf die Waage bringt.

Die Strecke selbst ist legendär, mit kniffligen Passagen wie „Carl’s Dinner“, „Chris’ Stony Party“ und „Udo’s Playground“. Am Samstag wird die 15 Kilometer lange Schotterstrecke beim Iron Road Prolog erneut unter die Lupe genommen. Letztes Jahr war die Bedingungen optimal – leichter Regen sorgte für spektakuläre High-Speed-Drifts. Die Konkurrenz wird hart sein: Fünffacher Enduro-Weltmeister Josep Garcia hat den ersten Tag des Prologs mit einer Zeit von 10:25,661 Minuten auf seiner KTM 350 EXC-F gewonnen. Valentino hat sich mit einer Zeit von 11:26,085 Minuten den 22. Platz erkämpft – nicht schlecht für einen, der noch so jung ist!

Ein spannendes Wochenende

Das Wochenende wird vollgepackt sein mit Nervenkitzel und Spannung. Am zweiten Prolog-Tag werden die 500 schnellsten Fahrer ermittelt, die am Sonntag in das Hauptrennen starten dürfen. Die Atmosphäre wird von der Kessel Parade geprägt sein, bei der über 2.000 Motorräder durch die Straßen rauschen – ein Tribut zum 30-jährigen Jubiläum des Rodeos! Das Event ist zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die strukturarmen Regionen, und die lokale Politik unterstützt es tatkräftig.

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Am Montag wird Hutter dann zusätzlich noch die mündliche Matura an der HTL Weiz (Wirtschaftsingenieur) ablegen. Seine Klassenkameraden haben angekündigt, ihn am Streckenrand zu unterstützen, was ihm sicher zusätzlichen Antrieb geben wird. Mit so viel Engagement und Talent könnte Hutter einer der nächsten großen Namen im Enduro-Sport werden. Das Erzbergrodeo ist mehr als nur ein Rennen – es ist ein Lebensgefühl, das Valentino Hutter und viele andere Fahrer in seinen Bann zieht.