In der Oststeiermark brummt das Sport- und Vereinsleben wie nie zuvor. Die Gemeinden sind sich einig: Um die sportlichen Ambitionen hegen und pflegen zu können, benötigt es eine solide Infrastruktur, die allerdings auch ihren Preis hat. So berichtet der Bürgermeister von Hartberg, Marcus Martschitsch, von stolzen 10,5 Millionen Euro, die für die Modernisierung des Fußballstadions aufgebracht werden müssen, um die Bundesligalizenz zu sichern. Hinzu kommen weitere 800.000 Euro für den VIP- und Kabinenbereich sowie eine neue Laufbahn. Ein neuer Trainingsplatz soll ebenfalls in Planung sein, um den Bedürfnissen von rund 3.000 Schülerinnen und Schülern sowie einer Vielzahl von Sportteams gerecht zu werden.
Ähnlich sieht es in Gleisdorf aus, wo Stadtchef Christoph Stark die hohen Kosten für den Erhalt und Ausbau der Sportstätten betont. Die Gesamtsanierung der Turnhalle der Mittelschule wird auf etwa 10 Millionen Euro geschätzt. Hier werden intensiv genutzte Sportstätten wie das Fußballstadion und die Turnhallen der Schulen dringend benötigt. Auch in Fürstenfeld ist der Sport ein wichtiger Bestandteil des lokalen Lebens, mit etwa 50 Vereinen, die in verschiedenen Disziplinen aktiv sind. Hier stehen Sportstätten wie das FSK Stadion und der Motorikpark im Fokus, wobei die Instandsetzung nach Schneebruch im Frühjahr bereits auf der Agenda steht.
Die Herausforderungen in Weiz
In Weiz zeigt sich ein ähnliches Bild. Über 60 Sportvereine und der Schulsport sorgen für eine hohe Auslastung der bestehenden Sporthallen. Der Weizer Volleyballverein hat sogar Bundesliga-Heimspiele nach Graz verlegen müssen, da die Hallenkapazitäten nicht ausreichen. Hier wird eine weitere Sporthalle dringend benötigt, und die Entscheidung über die Sanierung oder den Neubau des Schulkomplexes steht noch aus. Positiv zu vermerken ist das transparente Sportfördermodell der Stadt, das Individualförderungen für erfolgreiche Sportler bereitstellt und den Vereinen die Nutzung der Sporthallen kostenlos ermöglicht.
Bundesförderung für Sportstätten
Ein Lichtblick könnte das neue Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ sein, das erstmals Fördermittel bereitstellt. Laut dem Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität sind für den aktuellen Projektaufruf 333 Millionen Euro eingeplant. Ziel dieser Initiative ist es, Städte und Gemeinden bei der Sanierung und Modernisierung ihrer Sportstätten zu unterstützen. Bis zu einer Milliarde Euro sollen in dieser Legislaturperiode zur Verfügung stehen, um alte Sportanlagen in moderne und barrierefreie Einrichtungen umzuwandeln.
Die erste Förderphase dieser Initiative startet nun, und es können sowohl öffentlich zugängliche Sporthallen als auch Freibäder saniert werden. Besonders im Fokus liegt die energetische Sanierung, um Nachhaltigkeit und moderne Standards zu gewährleisten. Die Möglichkeit der Weiterleitung von Fördermitteln an lokale Vereine könnte zudem eine wertvolle Unterstützung für das Vereinsleben in der Oststeiermark darstellen.
Mit diesen Entwicklungen wird deutlich, dass die Gemeinden in der Oststeiermark auf einem guten Weg sind, ihre Sportinfrastruktur zu erweitern und zu modernisieren. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen nicht nur den Vereinen, sondern auch der gesamten Bevölkerung zugutekommen und die Region zu einem noch lebendigeren Sportstandort machen.