In der Oststeiermark wird derzeit ein mutiger Schritt in Richtung Gleichstellung und Chancengleichheit gewagt. Die Initiative Equal Pay Netz Oststeiermark hat sich das Ziel gesetzt, Geschlechterklischees abzubauen und die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen zu reduzieren. Denn, ganz ehrlich, die Lohnschere zwischen den Geschlechtern besteht weiterhin und das ist einfach nicht mehr zeitgemäß!

Der Einfluss der Berufswahl auf das spätere Einkommen und die Karriere ist enorm. Das zeigt auch eine Analyse, die deutlich unterschiedliche Ausbildungswege für Mädchen und Burschen aufzeigt. Technische Berufe sind nach wie vor stark männlich dominiert, während Berufe mit hohem Frauenanteil oft schlechter bezahlt werden. Das ist ein Missstand, den es zu beheben gilt! Um dem entgegenzuwirken, setzt die Initiative auf eine klischeefreie Berufsorientierung und gendersensible Bildungsangebote, die bereits seit April in der Mittelschule Gerlitz, der Mittelschule Weiz und der Polytechnischen Schule Weiz in Form von Workshops durchgeführt werden.

Praxisnahe Workshops und Aufklärung

Die Workshops haben das Ziel, Schüler für Rollenbilder und Geschlechterklischees zu sensibilisieren. Es wird aufgezeigt, wie unbewusste Prägungen die Berufswahl und das Lebenseinkommen beeinflussen können. Ein Elternfragebogen wurde entwickelt, um klischeefreie Berufsorientierung im Familienumfeld zu unterstützen. Und dann gibt es da noch den Workshop „Du darfst das! Wie Mädchen Technik für sich entdecken“ im Berufsinformationszentrum Hartberg. Hier arbeiten die Veranstalter mit dem Arbeitsmarktservice Hartberg und der Expertin Eva Maria Michelic zusammen, um Mädchen eine praxisorientierte und gendersensible Berufsorientierung zu bieten.

Besonders spannend sind die Praxisbeispiele aus Technik- und Metallbetrieben, die darauf abzielen, das Selbstvertrauen der Teilnehmerinnen zu stärken und Berührungsängste abzubauen. Denn echte Chancengleichheit fängt nicht erst im Job an, sondern bereits bei der Berufsorientierung!

Der Gender Pay Gap und seine Bedeutung

Ein zentrales Thema, das oft im Raum steht, ist der Gender Pay Gap (GPG), der den Verdienstunterschied pro Stunde zwischen Frauen und Männern beschreibt. Dieser Unterschied ist nicht nur eine Zahl, sondern auch ein Indikator für tief verwurzelte gesellschaftliche Ungleichheiten. Es gibt zwei Arten des Gender Pay Gap: den unbereinigten und den bereinigten. Während der unbereinigte GPG die Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten von Frauen und Männern abbildet, berücksichtigt der bereinigte GPG Unterschiede, die auf Beruf, Branche, Qualifikation oder Karrierelevel zurückzuführen sind.

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Statistiken zeigen, dass der unbereinigte GPG auch strukturelle Unterschiede widerspiegelt, wie die häufigere Teilzeitarbeit von Frauen und deren geringere Präsenz in Führungspositionen. Das ist einfach nicht fair! Die Berechnung des Gender Pay Gap orientiert sich an den Eurostat-Definitionen und umfasst alle Wirtschaftszweige, außer dem öffentlichen Sektor. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht nur die Zahl selbst zählt, sondern auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zu diesen Unterschieden führen.

Auf dem Weg zur Gleichstellung

Die Bemühungen in der Oststeiermark sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die bestehende Ungleichheit abzubauen. Es ist ermutigend zu sehen, dass Initiativen wie das Equal Pay Netz aktiv dazu beitragen, Geschlechterklischees abzubauen und echte Chancengleichheit zu fördern. Die Workshops sind dabei eine wertvolle Unterstützung für die jungen Menschen, um selbstbewusst und ohne die Last von Klischees ihre beruflichen Wege zu wählen.

Mit dem Fokus auf gendersensible und praxisorientierte Berufsorientierung wird vielleicht schon bald ein Umdenken stattfinden. Die Oststeiermark zeigt, dass Veränderung möglich ist – und das ist einfach nur großartig!