Die Suchtlage im Bezirk Voitsberg ist alles andere als einfach. Juliane Cichy, Suchtkoordinatorin in der Steiermark, hat einige besorgniserregende Entwicklungen im Gepäck. Der Rückgang beim Konsum von Alkohol und Zigaretten im Jahr 2023 könnte wie ein Lichtblick erscheinen, doch der Schatten des Alkoholismus bleibt ein drängendes Thema, das nicht ignoriert werden kann. Ein kleiner Trost: Die Zahlen zeigen, dass immer weniger Menschen zur Zigarette greifen. Dennoch, gerade bei Jugendlichen sind andere Nikotinformen nach wie vor sehr beliebt. Was hier wirklich alarmierend ist, ist der dramatische Anstieg der Internetsucht, der alle Altersgruppen betrifft.
Ein Blick auf die Zahlen aus 2024: 221 Klienten aus Voitsberg sind in steirischen Suchthilfeeinrichtungen in Betreuung, das sind 68 mehr als im Vorjahr. Die Mehrheit, knapp 56%, sind Männer. Das zeigt ganz klar, dass die Probleme, die mit Suchtverhalten einhergehen, nicht zu unterschätzen sind. Besonders besorgniserregend ist, dass 30% der Schüler nach Mitternacht noch am Handy sind. Was da alles an Konzentrationsstörungen und Übermüdung entsteht, kann man sich nur vorstellen. Und das ist noch nicht alles – der Konsum illegaler Substanzen, allen voran Kokain, hat ebenfalls zugenommen. Hier ist der Reinheitsgrad hoch und das macht die Sache nicht leichter.
Essstörungen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie
Ein weiterer Punkt, der in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erhält, ist die Zunahme von Essstörungen, insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen. Die Corona-Pandemie hat hier offenbar eine Rolle gespielt, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Auch im Bereich der illegalen Drogen gibt es einen Anstieg: 1.852 Personen in 2024 wurden wegen Sucht nach illegalen Substanzen betreut, darunter 44 aus Voitsberg. Ein Blick auf die nationalen Daten zeigt, dass bei Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren der Missbrauch von Medikamenten, wie opioidhaltigen Schmerzmitteln, Schlaf- und Beruhigungsmitteln, ebenfalls ein ernstes Problem darstellt.
Doch was ist mit den Internetbezogenen Störungen? Komischerweise fehlen hier systematische Daten und Langzeiterhebungen, was die Situation noch komplexer macht. Cichy spricht von Kooperationen mit anderen Bundesländern und dem Gesundheitsministerium, um die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Einsparungen im Sozialbereich führen zudem zu längeren Wartezeiten in Suchthilfeeinrichtungen. Es ist ein bisschen wie ein Teufelskreis.
Betreuung und Hilfe
Die Suchthilfeeinrichtungen versuchen, dem entgegenzuwirken, indem sie Gruppenangebote verstärken. Einzelgespräche bleiben jedoch notwendig, um die Klienten besser aufzunehmen. Die Veröffentlichung des Jahrbuchs Sucht 2025 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. bietet weitere interessante Einblicke. Darin geht es um aktuelle Entwicklungen und Trends zu Sucht und Drogen, und es werden auch Statistiken zum Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen behandelt.
Die Herausforderungen sind also vielfältig und betreffen nicht nur den Bezirk Voitsberg, sondern auch viele andere Regionen. Die Problematik ist vielschichtig und erfordert ein gemeinsames Vorgehen. Die Zahlen und Entwicklungen geben zu denken und machen deutlich, wie wichtig es ist, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet das Jahrbuch Sucht 2025 als Open Access Publikation auf der Website dhs.de. Ein Schritt in die richtige Richtung, um die Suchtproblematik in den Griff zu bekommen.