Am 22. April 2026 wurde in Graz das Unterrichtsheft „Tierprofi – Wildtiere“ vorgestellt, das Schülerinnen und Schüler der sechsten Schulstufe auf spielerische Weise für den Tierschutz sensibilisieren soll. Initiatoren dieses Projekts sind der Verein „Tierschutz macht Schule“ sowie Tierschutzlandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) und Tierschutzombudsfrau Karoline Schlögl. Ziel ist es, den jungen Menschen den richtigen Umgang mit heimischen Wildtieren näherzubringen und sie für die Gefahren zu sensibilisieren, die viele Tiere in ihrem Lebensumfeld bedrohen.
Das Heft kombiniert anschauliche Informationen mit interaktiven Elementen und Rätseln. Besonders hervorzuheben ist das Würfelspiel „Gefährliche Pfade für Wildtiere“, das Kinder dazu anregt, über die Hindernisse nachzudenken, die Wildtiere in ihrem Alltag überwinden müssen. Beispielsweise werden Gefahren wie Igel in Pools oder die Nutzung von Rasenmährobotern thematisiert, die kleine Tiere verletzen können. Lea Mirwald von „Tierschutz macht Schule“ weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zum Tierschutz beizutragen.
Praxisnahe Tierschutzbildung
Die praxisnahe Vermittlung von Tierschutzwissen steht im Mittelpunkt des Unterrichtshefts, das die Kinder motiviert, im Alltag achtsamer mit ihrer Umwelt umzugehen. Hannes Amesbauer betont, dass das Bewusstsein für den Tierschutz von klein auf geschärft werden muss. „Kleine Handlungen können eine große Wirkung haben“, so der Landesrat. Materialien werden kostenlos verteilt, um diese wichtige Botschaft in die Schulen zu tragen und den Kindern die Möglichkeit zu geben, im privaten Umfeld aktiv zu werden und ihr Wissen weiterzugeben.
Karoline Schlögl hebt die Bedeutung des Wissensweitergebens durch die Kinder selbst hervor. „Wenn Kinder ihr Wissen im Freundeskreis oder in der Familie teilen, verstärkt das den Effekt des Lernens und der Sensibilisierung.“ Das Projekt zielt darauf ab, eine neue Generation von Tierschutzbotschaftern hervorzubringen, die nicht nur ihre eigene Sichtweise schärfen, sondern auch andere dazu anregen, sich um den respektvollen Umgang mit der heimischen Tierwelt zu kümmern.
Weitere Unterrichtseinheiten und kreative Ansätze
Zusätzlich zu den Inhalten des Unterrichtshefts gibt es zahlreiche kreative Ansätze, um Kindern die Tierwelt näherzubringen. So können Schüler etwa einen Tierclub gründen, wo sie ein Logo entwerfen und Aktionen für Wildtiere planen. In einer anderen Unterrichtseinheit lernen sie, wilde Tiere in ihrer Stadt zu entdecken und zu beobachten. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Umgang mit Ferngläsern, um Tiere wie Igel, Eichhörnchen und Füchse besser kennenzulernen.
Durch die Thematisierung von Lebensräumen und das Verständnis für Ökosysteme wird den Kindern bewusst, wie alle Lebewesen miteinander in Verbindung stehen. Dies fördert nicht nur das Wissen über Tiere, sondern auch die Medienkompetenz und das gesellschaftliche Engagement. Letztlich zeigt sich, dass durch gezielte Bildungsangebote und spielerische Ansätze ein respektvoller Umgang mit der Natur bereits im Kindesalter gefördert werden kann.
In der Steiermark wird somit ein wichtiger Grundstein für die Tierschutzbildung gelegt, der nicht nur den Kindern selbst, sondern auch der gesamten Gesellschaft zugutekommt. Indem die Jüngsten lernen, Verantwortung zu übernehmen, wird die Grundlage für einen nachhaltigen, respektvollen Umgang mit der Tierwelt geschaffen.