Am 22. April 2026 war es soweit: Der Chronist des Vulkanlandes, Johann Schleich, stellte sein neuestes Werk „Bauernleben im Steirischen Vulkanland“ im Veranstaltungszentrum in Feldbach vor. Der 80-Jährige aus Oberweißenbach hat sich seit über 50 Jahren der Dokumentation der Lebenskultur in dieser einzigartigen Region verschrieben. Sein vorheriges Buch „Kräuterweiber und Bauerndoktoren“ war ein echter Hit und fand über 50.000 Käufer, die sich für die Lebensart seiner Heimat begeistern konnten.
In seiner neuen Publikation thematisiert Schleich die „gute alte Zeit“, die sich beim genaueren Hinsehen jedoch als weniger gut herausstellt. Bei der Buchpräsentation sprach er über die karge bäuerliche Lebenskultur, die Herausforderungen der Fatschenkinder, den Alkoholkonsum in der Volksschule und viele weitere Aspekte, die das Leben im Vulkanland prägten. Der Vulkanlandobmann, Bürgermeister Josef Ober, lobte Schleichs unermüdliches Engagement und betonte die Bedeutung seiner Arbeiten für das kulturelle Gedächtnis der Region.
Einblicke in die bäuerliche Vergangenheit
Das 480-seitige Buch, das im Vehling-Verlag veröffentlicht wurde, ist nun im Buchhandel erhältlich und verspricht spannende Einblicke in das Leben der Menschen im Vulkanland. Schleich hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Traditionen und Bräuche zu bewahren und festzuhalten, was viele möglicherweise vergessen haben. Die Leserinnen und Leser dürfen sich auf Geschichten über „bodegruabige“ Hühner und das Zehent freuen, die die kulturellen Wurzeln der Region beleuchten.
Zusätzlich zur Buchpräsentation wird eine Wanderausstellung über das Bauernleben, konzipiert von Karl Lenz, ab dem 22. April durch die Gemeinden des Vulkanlandes touren. Diese Ausstellung wird die Themen des Buches aufgreifen und den Besuchern die Möglichkeit geben, sich interaktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Herausforderungen für kleine Betriebe
Ein zentrales Thema, das Schleich in seinem Buch anreißt, ist auch der Druck, dem kleine Betriebe, insbesondere Ein-Personen-Unternehmen (EPU), ausgesetzt sind. Diese Unternehmen kämpfen oft im Bürokratie-Dschungel und haben keine Compliance-Verantwortlichen oder Rechtsabteilungen zur Unterstützung. Dies stellt nicht nur eine Herausforderung für die Unternehmer dar, sondern hat auch Auswirkungen auf die gesamte wirtschaftliche Landschaft des Vulkanlandes.
In Bad Radkersburg zeigt sich ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von historischem Erbe und modernen Einflüssen. Die Stadt punktet mit einer historischen Altstadt, starken Tourismusstrukturen und einem vielfältigen Bildungsangebot. Gleichzeitig investiert St. Peter am Ottersbach in die Zukunft, mit einer generalsanierten Ortsdurchfahrt und einer neuen Sportanlage. Diese zukunftsweisenden Infrastrukturprojekte sind entscheidend, um die Region lebendig zu halten und den Menschen eine Perspektive zu bieten.
Die Entwicklungen in der Südoststeiermark sind ein Beweis dafür, wie Tradition und Fortschritt Hand in Hand gehen können. Mit engagierten Persönlichkeiten wie Johann Schleich, die die Wurzeln und Geschichten der Region bewahren, wird die Kultur des Vulkanlandes auch in Zukunft lebendig bleiben. Der Aufruf zur Bewahrung der Traditionen und zur Unterstützung der kleinen Betriebe bleibt aktueller denn je, denn sie sind das Rückgrat unserer Gesellschaft.