Am 22.04.2026 fand im großen Dorfwirt-Gästesaal in Oberweißenbach ein aufschlussreicher Vortrag des renommierten Autors und Journalisten Johann Schleich statt. Unter dem spannenden Thema der historischen Entwicklung und Volkskunde des Vulkanlandes präsentierte Schleich den interessierten Zuhörern 220 Bilder, die die geologische Geschichte und die Entstehung des Vulkanlandes eindrucksvoll beleuchteten. Der Saal war gut gefüllt, und die Anwesenden lauschten gebannt den Erzählungen über eine Zeit, in der vor 20 Millionen Jahren ein weites Meer über das heutige Gebiet floss.
Die Funde in der Region belegen, dass bereits vor 6.000 Jahren Menschen hier lebten. Schleich stellte sogar die hypothetische Annahme auf, dass vor 18 Millionen Jahren in Oberweißenbach Häuser standen und Urelefanten, Krokodile und Tapire umherstreiften. Die kontinuierliche Besiedlung durch Menschen begann vor etwa 1.000 Jahren, wobei die Bauern seitdem das Vulkanland fruchtbar gemacht haben. Der Referent hob auch hervor, wie stark die Menschen das Land prägten, trotz der Gefahren aus dem Osten, die immer wieder präsent waren.
Ein Blick in die Geschichte
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Persönlichkeiten, darunter ESV-Obmann Karl Brandl, Oberschulrat Karl Lenz, Vulkanland-Obmann Bürgermeister Josef Ober, Stadtrat Markus Billek und Nationalratsabgeordnete Agnes Totter. Diese illustre Runde machte deutlich, wie wichtig das Thema für die Region ist. Schleichs Vortrag war nicht nur eine Rückschau auf die Vergangenheit, sondern auch ein Aufruf, das kulturelle Erbe des Vulkanlandes aktiv zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Die Entwicklung des Vulkanlandes ist eine spannende Geschichte, die bis in die jüngste Vergangenheit reicht. Von 1989 bis 1994 war die Region stark landwirtschaftlich geprägt und litt unter einem Mangel an wirtschaftlicher Perspektive. Der Pendleralltag war für viele die Realität, da es an Handel und Industrie mangelte. Der EU-Beitritt Österreichs 1994 läutete jedoch eine Wende ein. Bürgermeisterstammtische und die Gründung der Kleinregion Feldbach mit 14 Gemeinden waren die ersten Schritte in Richtung einer positiven Entwicklung.
Wachstum und Innovation
In den folgenden Jahren wurde das Steirische Vulkanland mit 66 Gemeinden ins Leben gerufen, und es wurden zahlreiche Initiativen zur Förderung der regionalen Entwicklung gestartet. Die Schwerpunkte lagen auf Kulinarik, Handwerk und Kulturtourismus, die als zukünftige Kompetenzfelder identifiziert wurden. Innovative Projekte wurden ins Leben gerufen, um das endogene Potenzial der Region zu aktivieren und die Wirtschaft zu stärken.
Mit der Etablierung eines Regionsmarketingansatzes und der Fokussierung auf die vulkanländische Geologie wurde die Identität der Region weiter gestärkt. Der Weg in die Zukunft ist klar: Durch grenzüberschreitende Kooperationen mit Slowenien und Ungarn sollen die wirtschaftlichen Stärken der Region ausgebaut und die kulturellen Verbindungen vertieft werden.
Johann Schleichs Vortrag war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Vergangenheit und Zukunft miteinander verknüpft sind. Die Menschen des Vulkanlandes haben eine reiche Geschichte, die es zu bewahren gilt, während sie gleichzeitig mutig und innovativ in die Zukunft blicken. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Region weiterentwickelt und welche neuen Geschichten sie zu erzählen hat.