In der Städtischen Bibliothek Zeltweg kam es neulich zu einer besonderen Buchpräsentation. Helga Dröscher, eine Lkw-Fahrerin aus dem Bezirk Murau, stellte ihr Buch „Ein Leben auf Achse“ vor. Man könnte sagen, das ist ein echtes Stück Leben, das sie da aufgeschrieben hat! Helga ist nicht nur eine erfahrene Fahrerin, sondern auch bekannt aus der ATV-Serie „Truckerbabes Austria“. In ihrem Buch erzählt sie von ihrem Werdegang, der sie von einer Koch-Kellnerin zur Lenkerin eines 40-Tonnen-Lkw führte. Das sind schon mal beeindruckende 32 Jahre, die sie auf Europas Straßen unterwegs ist – von Italien bis Norwegen, und das alles mit einem klaren Ziel vor Augen: ihre Freiheit auf zwölf Rädern zu finden.
Helga thematisiert in ihrem Werk die Herausforderungen, die sie in einer männerdominierten Branche meistern musste. Es ist spannend zu lesen, wie sie sich ihren Platz erarbeitet hat, und welche Begegnungen sie dabei hatte. Von persönlichen Erlebnissen, technischen Hürden bis hin zu kuriosen Geschichten aus ihrem Alltag – da ist alles mit dabei. Auch ihre Zeit als TV-Star und Werbegesicht der „Truckerbabes“ kommt nicht zu kurz. Man spürt förmlich, wie viel Herzblut sie in diese Seiten gesteckt hat.
Ein Blick auf die Frauen im Lkw-Geschäft
Helgas Erfahrungen spiegeln sich auch in den Erlebnissen anderer Lkw-Fahrerinnen wider, wie Oti Cabadas, auch bekannt als Coco Trucker, aus Spanien. Sie begann mit 19 Jahren und transportiert hauptsächlich Bier. Oti liebt das Gefühl der Freiheit, das ihr der Beruf gibt – auch wenn der Zeitdruck manchmal ganz schön heftig sein kann. Sandrine Son aus Frankreich, die in der Welt der Mechanik aufgewachsen ist, fährt hauptsächlich nachts mit ihrem Kühlwagen für Supermärkte. Beide Frauen berichten von ähnlichen Herausforderungen und der Unabhängigkeit, die ihnen die Lkw-Fahrerei bietet. Es ist schön zu sehen, dass sich die Wahrnehmung von Lkw-Fahrerinnen in den letzten Jahren verbessert hat, auch wenn der Chauvinismus nicht ganz verschwunden ist.
Besonders interessant ist, dass die Sichtbarkeit von Lkw-Fahrerinnen in Medien und sozialen Netzwerken zunimmt. TV-Sendungen wie „Trucker Babes“ haben das öffentliche Interesse an diesen starken Frauen definitiv gesteigert. Oti hat sogar eine WhatsApp-Gruppe mit anderen Frauen gegründet, um sich auszutauschen und zu unterstützen. Das zeigt, wie wichtig Gemeinschaft in dieser Branche ist!
Die Zukunft der Lkw-Fahrerinnen
In der Transportbranche gibt es einen klaren Trend: Immer mehr Frauen entscheiden sich für den Beruf der Lkw-Fahrerin. Eine neue Umfrage zeigt, dass der Frauenanteil unter Lkw-Fahrern in den USA seit 2010 um 88 % gestiegen ist, während in Europa der Anteil bei nur 4 % liegt. Das ist erschreckend wenig, aber auch eine große Chance. Die Branche steht vor einem weltweiten Mangel an qualifizierten Lkw-Fahrern, und viele glauben, dass die Gewinnung von mehr Frauen eine Lösung sein könnte.
Die Umfrage unter Lkw-Fahrerinnen in zehn europäischen Ländern zeigt, dass 44 % der Befragten glauben, der Beruf wirke sich positiv auf ihre geistige Gesundheit aus. Viele können sich vorstellen, ihr ganzes Berufsleben in dieser Position zu bleiben und würden den Beruf anderen Frauen empfehlen. Das sind ermutigende Zahlen! Stolz sind 88 % der Frauen darauf, in diesem Beruf tätig zu sein. Das sollte doch Motivation genug sein, um auch andere Frauen zu ermutigen, ihre Leidenschaft für das Lkw-Fahren zu verfolgen – ganz unabhängig von den körperlichen Voraussetzungen.
Da kommt ein Satz in den Kopf: „Es ist nie zu spät, um seine Träume zu verwirklichen!“ Und genau das tun Helga, Oti, Sandrine und viele andere Lkw-Fahrerinnen – sie leben ihren Traum und zeigen der Welt, dass Frauen auf den Straßen genauso stark sind wie Männer. Und das ist einfach nur genial!