In der malerischen Marktgemeinde Sankt Lambrecht im Bezirk Murau, Steiermark, steht die beeindruckende Stiftskirche, die dem heiligen Lambert geweiht ist. Diese römisch-katholische Kirche, die zur Diözese Graz-Seckau gehört, hat nicht nur architektonisch einiges zu bieten, sondern auch eine lange und facettenreiche Geschichte, die eng mit der Entwicklung der Orgeln in ihrem Inneren verbunden ist. Die Gesamtanlage des Benediktinerklosters steht unter Denkmalschutz und erzählt von Jahrhunderten voller Glauben, Kunst und Kultur.

Die Geschichte der Orgeln in der Stiftskirche spiegelt die wechselvolle Zeit wider, die sie überstanden haben. Bereits im Jahr 1366 wurde die erste Orgel in der Stiftskirche erwähnt. Seither haben zahlreiche Orgeln ihren Platz in diesem ehrwürdigen Bau gefunden. Im Jahr 1505 wurde eine neue Orgel für stolze 600 Gulden angeschafft, und nur 140 Jahre später, 1645, kam eine weitere hinzu. Die moderne Technik hielt 1870 Einzug mit der Orgel des Orgelbauers Maximilien Geiger. Doch das Glück war nicht von Dauer, denn diese Orgel erforderte bald Umbauten und Reparaturen, was die Kirche in den kalten Jahreszeiten vor Herausforderungen stellte.

Die Entwicklung zur Westenfelder-Orgel

Im Jahr 1903 wurde die größte Orgel des Stifts – eine 43-registerige Kreation von Konrad Hopferwieser – installiert. Diese Orgel war bis zu einem gewissen Grad ein Wunderwerk der Technik, aber auch sie konnte nicht verhindern, dass die Suche nach einer dauerhaften Lösung in den 1990er-Jahren begann. Drei Optionen standen zur Debatte: eine umfassende Restaurierung, der Rückbau auf den Zustand von 1903 oder der Bau einer völlig neuen Orgel. Die Entscheidung fiel schließlich auf die Westenfelder-Orgel, die 1999 in Auftrag gegeben wurde.

Die neue Orgel, die 2003 fertiggestellt und geweiht wurde, wurde im Seitenschiff der Stiftskirche platziert, was eine interessante Abweichung von der traditionellen Emporenanordnung darstellt. Sie erfüllt nicht nur die liturgischen Anforderungen, sondern ist auch für Konzerte bestens geeignet. Wusstest du, dass viele Pfeifen der früheren Orgeln im neuen Instrument wiederverwendet wurden? Ein schöner Gedanke, dass alte Geschichte in neuem Klang weiterlebt.

Ein Blick auf die Stiftskirche selbst

Die Stiftskirche ist nicht nur wegen ihrer Orgeln bemerkenswert. Ihr gotischer Neubau, der bis 1421 vollendet wurde, ist ein architektonisches Meisterwerk. Die Westfassade, barockisiert und geschmückt mit Zwiebeln und Laternen, zieht die Blicke der Besucher magisch an. Die Kirche hat eine imposante Länge von 78 Metern und eine Breite von 20 Metern – ein Raum, der zum Staunen einlädt und in dem sich Geschichte und Spiritualität vereinen.

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Die Wandmalereien aus dem 14. und 16. Jahrhundert erzählen von der Kunstfertigkeit vergangener Zeiten, während die barocke Westempore mit Malereien von Melchior Mayr zum Verweilen einlädt. Aber auch die Altäre, darunter der Benediktusaltar und der Emmeramaltar, tragen zur Atmosphäre des heiligen Raumes bei. Ein Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert im südlichen Seitenschiff ist ein weiteres Kleinod in dieser Schatzkammer der Geschichte.

Die Stiftskirche und ihre Orgeln sind nicht nur ein Teil der regionalen Identität, sie sind ein lebendiges Zeugnis der kulturellen Entwicklung in Österreich. Die nächsten Jahre versprechen, noch mehr spannende Kapitel in dieser beeindruckenden Geschichte zu schreiben, denn bis 2025 stehen umfassende Renovierungen an. Es bleibt also spannend, wie sich das Bild dieser historischen Stätte weiterentwickeln wird.

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