Ein frischer Morgen in Wörschachwald, die Luft riecht nach feuchtem Gras und der Duft von Tau liegt in der Luft. Manfred Schaunitzer und Monika Stadler vom Jagdschutzverein Irdning haben sich aufgemacht, um eine sieben Hektar große Wiese nach versteckten Rehkitzen zu durchsuchen. Einem gefährlichen Schicksal, dem sie mit ihrer modernen Technik entgegentreten wollen. Bürgermeister Bernhard Schachner, auch Landwirt, steht bereit zum Mähen, doch vorher gilt es, die kleinen Tiere zu retten.

Vor einem Jahr gab es noch einige Zwischenfälle, bei denen trotz eines Warnsystems Rehkitze beim Mähen verletzt wurden. Hermann Schachner, der Vater des Bürgermeisters, hat in den letzten Tagen sogar drei Geißen gesichtet – ein Zeichen, dass sich die Tiere in der Nähe aufhalten. Umso wichtiger ist es, jetzt schnell zu handeln. Der Jagdschutzverein Irdning hat sich mit drei Drohnen ausgestattet, um die Suche effizienter zu gestalten. Und ja, hier kommt die Wärmebildkamera ins Spiel, die einsatzbereit auf der Drohne montiert ist.

Die Technik schlägt Alarm

Die Drohne wird gestartet und fliegt über die Wiese. Systematisch scannt sie das Terrain. Erste Auffälligkeiten, die das Gerät entdeckt – Maulwurfshügel, Erdlöcher – entpuppen sich oft als Fehlalarme. Monika Stadler und Bernhard Schachner erhalten per Handy einen Hinweis auf einen verdächtigen Punkt. Doch auch dieser stellt sich als Fehlalarm heraus. Frustration macht sich breit, aber sie geben nicht auf.

Und dann, das große Glück! Ein weiterer Anruf führt zu einem echten Fund. Monika entdeckt ein Rehkitz und hebt es vorsichtig in eine Schachtel. Ein zweites Kitz wird kurz darauf ebenfalls gefunden. Die beiden kleinen Wesen sind nun in Sicherheit und werden am Waldrand verstaut. Ein leichter Sieg über das drohende Unheil.

Ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz

Diese Art der Rehkitzrettung ist Teil eines größeren Plans. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat ein Bundesförderprogramm ins Leben gerufen, das Drohneneinsätze zur Rettung von Wildtieren unterstützt. Mit insgesamt 2,1 Millionen Euro werden die Anschaffungskosten für Drohnen gefördert. Im Förderjahr 2026 können berechtigte Teilnehmer bis zu 3.000 Euro pro Drohne beantragen. Dazu zählen Kreisjagdvereine, Jägervereinigungen und Kitzrettungsvereine. Das zeigt, wie ernst man die Rettung der kleinen Rehkitze nimmt.

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Besonders spannend wird es ab dem 20. November 2024 – dann gelten neue Regelungen für den Einsatz von Drohnen zur Wildtierrettung. Unbemannte Fluggeräte dürfen in bestimmten Gebieten näher an Wohn- und Gewerbegebieten betrieben werden. Ein Schritt in die richtige Richtung, um den Tierschutz weiter voranzutreiben.

Ein Team mit Herz

Monika Stadler hat sich freiwillig in der Kitzrettung engagiert. Ihr Mann ist Jäger, aber sie selbst kann einfach nicht auf Tiere schießen. Es ist eine Herzensangelegenheit für sie, und das merkt man. Der Tag neigt sich dem Ende zu, während Bernhard Schachner mit dem Mähen beginnt, packen die Retter ihr Equipment zusammen. Weitere Teams werden in den kommenden Tagen aktiv sein, um auch andere Rehkitze zu retten.

So wird in Liezen und Umgebung der Schutz von Wildtieren, insbesondere der kleinen Rehkitze, großgeschrieben. Die Zusammenarbeit und der Einsatz von Technik zeigen, dass der Tierschutz nicht nur ein leeres Wort ist, sondern aktiv gelebt wird. Der Duft von frischem Gras und die warmen Sonnenstrahlen, die durch die Bäume blitzen, unterstreichen nur die Wichtigkeit dieser Mission. Es bleibt zu hoffen, dass noch viele weitere Kitze gerettet werden können.