Jedes Kind soll schwimmen können: Ein Appell für Sicherheit und Lebensfreude im Wasser
In Leoben hat die SPÖ-Bezirksorganisation eine klare Botschaft verkündet: „Jedes Kind soll schwimmen können!“ Diesen Appell haben sie zum Beginn der Sommerferien laut und deutlich geäußert. Während einer Eisverteilaktion im Freibad Niklasdorf, wo die Bürgermeister und Gemeinderäte rund 100 Gratis-Eis an die kleinen Besucher verteilten, wurde das Anliegen präsentiert. Denn Schwimmen ist nicht nur ein Spaßfaktor, sondern auch eine essenzielle Fähigkeit, die in der heutigen Zeit mehr denn je gefördert werden sollte.
Die Bedeutung öffentlicher Schwimmbäder für die Freizeitgestaltung, die Gesundheit und vor allem die Schwimmausbildung wurde von Bürgermeister Johann Marak und Vizebürgermeisterin Christina Kure eindringlich hervorgehoben. In einer Zeit, in der die finanziellen Mittel vieler Städte und Gemeinden angespannt sind, kämpfen die öffentlichen Bäder um ihre Existenz. Der Betrieb und die notwendigen Investitionen sind nur schwer zu stemmen. Das Freibad Niklasdorf, das jährlich etwa 15.000 Besucher anzieht und an heißen Sommertagen bis zu 600 Gäste zählt, ist ein zentraler Ort für die Schwimmausbildung der Kinder. Das muss erhalten bleiben!
Die alarmierende Lage
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass die Situation nicht nur in Österreich kritisch ist. In Deutschland ertranken im Jahr 2024 rund 400 Menschen, viele von ihnen waren kaum schwimmen können. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sieht die steigende Zahl an Badeunfällen als besorgniserregend an, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Das hat dazu geführt, dass der Bundestag eine Petition zur Einführung einer Schwimmkurs-Pflicht für Kinder ab sechs Jahren an die Länderparlamente weitergereicht hat. Hier wird deutlich, dass Schwimmkurse nicht nur ein nettes Extra, sondern eine dringende Notwendigkeit sind.
Die DLRG betont, dass viele Unfälle durch eine bessere Selbsteinschätzung der Schwimmer hätten vermieden werden können. Es wird jedoch auch klar, dass Eltern die Hauptverantwortung für die Sicherheit ihrer Kinder im Wasser tragen. Auch in Österreich sollten wir uns daher Gedanken machen: Wie können wir unsere Kinder besser auf das Schwimmen vorbereiten? Das „Seepferdchen“-Abzeichen ist nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung; echte Sicherheit im Wasser erlangt man erst mit dem bronzenen Abzeichen.
Auf die Unterstützung kommt es an
Die SPÖ fordert daher ein umfassendes Unterstützungspaket von der Landesregierung, um den Erhalt und den Ausbau öffentlicher Bäder zu sichern. Ein Sonderbudget für Investitionen in die Wassertechnik und die Aufenthaltsqualität ist dringend nötig. Auch die flächendeckende Bereitstellung von Schwimmkursen außerhalb des Regelunterrichts wird gefordert. Helga Ahrer von der SPÖ spricht von einer Investition in die Lebensrealität der Kinder. Und das ist mehr als nur ein schöner Satz. Es geht um Freizeitgestaltung und vor allem um die Sicherheit unserer Kinder im Wasser.
Ein Beispiel, das zeigt, wie man es besser machen kann, ist das hessische Modell. Dort werden bis 2025 kostenlose Schwimmkurse angeboten, um die Schwimmfähigkeit und die Sicherheit im Wasser zu erhöhen. Diese Initiative ist besonders für Kinder und Jugendliche gedacht, die von den Folgen der Coronavirus-Pandemie stark betroffen sind. So könnte auch in Österreich ein solches Programm für mehr Sicherheit im Wasser sorgen und die Schwimmfähigkeiten der Kinder nachhaltig verbessern.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass die politischen Entscheidungsträger in Leoben und darüber hinaus die Bedeutung dieser Maßnahmen erkennen und entsprechend handeln. Jedes Kind hat das Recht, sicher schwimmen zu können. Und das ist nicht nur ein schöner Wunsch, sondern eine Notwendigkeit!
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