Heidenbauer Gruppe: Ein dramatischer Konkurs schlägt Wellen in der steirischen Wirtschaft
Es ist ein schwerer Schlag für die Wirtschaft in der Region: Die Heidenbauer Gruppe hat beim Landesgericht Leoben Konkursanträge für gleich vier ihrer Gesellschaften eingereicht. Das geht aus den neuesten Informationen hervor und trifft nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch zahlreiche Arbeitnehmer:innen und Gläubiger. Über die Heidenbauer Dach Wand GmbH und die Heidenbauer Pools GmbH wurde bereits das Konkursverfahren eröffnet. Für die Heidenbauer Management GmbH und die Heidenbauer Metallbau GmbH liegen ebenfalls Konkursanträge vor. Insgesamt sind 91 Beschäftigte betroffen, und 212 Gläubiger bangen nun um ihr Geld. Keine der vier Gesellschaften wird fortgeführt; die Schuldnerinnen haben der Schließung zugestimmt. Ein harter, aber offenbar unumgänglicher Schritt.
Schaut man auf die Verteilung der Beschäftigten, sieht man, dass die Heidenbauer Metallbau GmbH mit 54 Mitarbeitenden der größte Brocken in der Gruppe war. Die Heidenbauer Dach Wand GmbH beschäftigt 13 Menschen, während die Heidenbauer Pools GmbH 16 und die Heidenbauer Management GmbH 8 Beschäftigte hat. Helmut Fetz wurde als Insolvenzverwalter für die beiden ersten Gesellschaften bestellt, und die Berichts- und Prüfungstagsatzung für diese beiden ist für den 14. Oktober 2026 angesetzt. Ein düsterer Ausblick für die Angestellten und die Region.
Scheitern der Sanierung
Die Situation hat sich seit November 2025 weiter verschärft, als der Sanierungsversuch der Heidenbauer-Gruppe scheiterte. Rund 100 Beschäftigte werden nun ihren Arbeitsplatz verlieren. Als Hauptursache für das Scheitern nennt das Unternehmen eine nicht eingelöste Finanzierungszusage der Hausbank. Wichtige Finanzierungsmaßnahmen konnten nicht oder nur teilweise realisiert werden, was eine massive Liquiditätskrise zur Folge hatte. Batoor Khan, der Eigentümer der Gruppe, zeigt sich fassungslos über die Entwicklung und denkt nun sogar an rechtliche Schritte gegen die Bank. Ein wahrer Albtraum für alle Beteiligten.
Die Heidenbauer-Gruppe meldete im November 2025 Insolvenz mit Gesamtverbindlichkeiten von etwa 63,1 Millionen Euro an. Damit stellt sie die größte Unternehmensinsolvenz in der Steiermark im Jahr 2025 dar. Auslöser waren nicht nur die finanziellen Probleme, sondern auch Kostensteigerungen bei Material und Energie, die allgemein herrschende Krise im Bau- und Immobiliensektor und Zahlungsausfälle von Großkunden – ein perfekter Sturm, der schließlich zum Untergang führte.
Ein Blick auf die Insolvenzstatistik
Statistik Austria hat seit dem ersten Quartal 2021 die Pflicht, quartalsweise Daten über Registrierungen von rechtlichen Einheiten und Insolvenzen bereitzustellen. Diese Statistiken basieren auf gerichtlichen Insolvenzverfahren und werden etwa 40 Tage nach Ende des jeweiligen Berichtsquartals veröffentlicht. Die aktuelle Situation der Heidenbauer-Gruppe gibt einen eindrücklichen Einblick in die Herausforderungen, mit denen Unternehmen in der heutigen Zeit konfrontiert sind. Die Zahlen und Fakten hinter den Insolvenzen sind oft erschreckend, und sie erzählen Geschichten von Hoffnungen, die zerplatzen, und von hart arbeitenden Menschen, die von einem Tag auf den anderen ihre Existenzgrundlage verlieren.
Die Heidenbauer-Gruppe, die seit 1946 in Bruck an der Mur beheimatet ist, wird nun zur traurigen Fußnote in der Geschichte der steirischen Unternehmenslandschaft. Die Schicksale der 91 betroffenen Arbeitnehmer:innen und der 212 Gläubiger bleiben nun in der Schwebe, während die Verfahren ihren Lauf nehmen. Ein weiterer Beweis für die fragilen Strukturen in der Bauwirtschaft und die Herausforderungen, die uns die Zukunft bringen könnte.
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