Ein ganz besonderer Tag in Leibnitz: Ehemalige Schalterbau-Forscherinnen und -Forscher der TU Wien haben sich in der malerischen Kulisse von Schloss Seggau versammelt. Kein geringerer Anlass als der 20. Todestag von Prof. Werner Rieder, der das Institut für Schaltgeräte und Hochspannungstechnik von 1972 bis 1989 leitete, führte rund 50 Teilnehmende zusammen. Es war bereits das 24. Treffen seit 1981, das alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindet. Die Atmosphäre war durchzogen von Erinnerungen und dem Geist der Vernetzung.
Das Programm war reichhaltig und bot eine Vielzahl an Aktivitäten. Die Teilnehmenden durften Burg Riegersburg erkunden, die eindrucksvolle Gsellmanns Weltmaschine bestaunen und sich an der Aussichtswarte Platsch mit einem Blick über die Region verwöhnen lassen. Ein weiteres Highlight war der Grenztisch „Miza na meji“ zwischen Österreich und Slowenien. Natürlich durfte auch eine Stadtführung in Maribor nicht fehlen – auf den Spuren von Nikola Tesla, der dort seine ersten Schritte als Techniker machte. Hier, wo Geschichte und Innovation aufeinandertreffen, war der Austausch unter den Teilnehmenden besonders lebhaft und inspirierend.
Ein Erbe der Schalterforschung
Prof. Werner Rieder hat nicht nur das Institut mit rund 60 jungen Forschenden geprägt, die ihre Dissertationen verfassten. Er gründete auch 1980 den Verein zur Förderung der Schalterforschung, der bis heute aktiv ist. Jedes Jahr wird der Prof. Werner Rieder-Preis für die besten wissenschaftlichen Arbeiten über elektrische Schaltgeräte im deutschsprachigen Raum vergeben. Das zeigt, dass sein Erbe weiterlebt und die Wissenschaftsgemeinschaft weiterhin inspiriert.
Die Finanzierung des Treffens erfolgte übrigens ausschließlich durch die Teilnehmenden selbst, was den Zusammenhalt und das Engagement der Gruppe unterstreicht. Heute arbeiten die ehemaligen Teilnehmenden in verschiedensten Bereichen – von großen internationalen Konzernen über Forschungslabore bis hin zu öffentlichen Diensten und als Ziviltechniker. Ein bunter Strauß an Karrieren, der die Vielfalt und Relevanz der Schalterbau-Forschung widerspiegelt.
Die Zukunft der Schaltgeräte
Ein Blick auf die Branche der Schaltgeräte und Schaltanlagen zeigt, wie dynamisch und wichtig dieser Bereich ist. Rund 160 Hersteller in der deutschen elektrotechnischen Automatisierungstechnik sind aktiv – und sie haben einiges zu bieten! Die Abnehmerbranchen sind vielfältig: Von der Automobilindustrie über Maschinen- und Anlagenbau bis hin zu erneuerbaren Energien wie Windkraft und Photovoltaik. Die Bedeutung der Schaltgeräte ist nicht zu unterschätzen. Sie sind die stillen Helden, die Maschinen zum Laufen bringen und dafür sorgen, dass alles reibungslos funktioniert.
Der Fachbereich SSI bietet eine Plattform für den Austausch über branchenspezifische Themen und Herausforderungen. Hier werden Marktstatistiken erstellt und technologische Trends bewertet. Das ist nicht nur für die Mitglieder wichtig, sondern auch für alle, die sich für die Zukunft der elektrischen Energieverteilung interessieren. So wird die Branche immer am Puls der Zeit gehalten.
Das nächste Schalterbau-Treffen ist bereits für 2028 geplant. Wo genau? Das steht noch in den Sternen. Doch eines ist sicher: Die Leidenschaft für die Schalterforschung und der Wunsch nach Vernetzung werden auch in Zukunft bestehen bleiben. Man darf gespannt sein, wie sich die Gemeinschaft weiterentwickelt und welche neuen Erkenntnisse die nächsten Treffen mit sich bringen werden. Vielleicht gibt es ja dann auch wieder die ein oder andere interessante Anekdote aus der Welt der Schaltgeräte zu hören!