In der Region Leibnitz und Deutschlandsberg tut sich etwas. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie andere Entscheidungsträger aus diesen Bezirken haben sich auf eine dreitägige Baukulturreise begeben – und das nicht ohne Grund! Unter dem Motto „Im Zentrum: Wirtschaft, Altern & ‚Nutzen, was da ist!‘“ haben sie sich intensiv mit dem Thema nachhaltige und zukunftsorientierte Baukultur auseinandergesetzt. Die Reise führte sie durch die malerischen Landschaften Ost-, Süd- und Nordtirols, wo sie spannende Impulse für ihre eigenen Gemeinden sammeln konnten.
Die Herausforderungen sind klar: Die Stärkung der regionalen Wirtschaft, die Antworten auf den demografischen Wandel und die ressourcenschonende Weiterentwicklung bestehender Bausubstanz stehen ganz oben auf der Agenda. In Anras, Osttirol, beeindruckte die Gruppe die gelungene Gestaltung des Dorfzentrums und die Revitalisierung historischer Gebäude. Auch in Brixen, wo die historische Altstadt geschickt mit zeitgenössischer Architektur verbunden wird, gab es viel zu entdecken. Ein Highlight war die Stadtführung, bei der die Teilnehmenden die Balance zwischen Tradition und Moderne hautnah erleben konnten.
Innovationen in der Stadtentwicklung
Doch das war erst der Anfang. In Schlanders, Glurns und Oberhofen im Inntal wurden Beispiele für nachhaltige Ortskernentwicklung vorgestellt, die die Bedeutung von Sanierung im Bestand und Bürgerbeteiligung unterstrichen. Besonders eindrucksvoll war die BASIS Vinschgau Venosta, wo historische Bausubstanz in moderne Arbeits- und Begegnungsräume umgewandelt wird. Solche Projekte sind nicht nur eine Augenweide, sie zeigen auch, wie Ressourcenschonung und kreative Nutzung Hand in Hand gehen können.
Ein weiterer wichtiger Stopp war der NOI Techpark in Bozen. Hier werden moderne Standortentwicklungen und digitale Analysewerkzeuge für Orts- und Stadtzentren präsentiert. Es ist einfach faszinierend zu sehen, wie Technologie und Nachhaltigkeit miteinander verwoben werden. Auch die Stadt Meran bot Inspirationen für generationenübergreifendes Wohnen und die Umnutzung historischer Gebäude – ein echter Schmelztiegel aus Vergangenheit und Zukunft.
Die Dringlichkeit nachhaltiger Stadtentwicklung
Aber mal ehrlich, die Notwendigkeit von ressourcenschonender Stadtentwicklung ist kein Zukunftsthema mehr – das wird jeden Tag deutlicher. Die Herausforderungen wie schwindende Rohstoffe, Klimaveränderungen und soziale Ungleichheiten sind omnipräsent. Städte und Gemeinden sind nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Zentren. Sie verbrauchen riesige Mengen an Baumaterialien, Energie und Fläche. Der Spagat zwischen Wachstumsdruck und Nachhaltigkeit betrifft nicht nur die Politik, sondern die gesamte Gesellschaft. Es braucht Partnerschaften zwischen Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgern, um wirklich etwas zu bewegen.
Die globale Klimakrise und die verstärkte Urbanisierung verlangen nach einem neuen Verständnis von Wachstum. Es ist ermutigend zu sehen, dass in vielen europäischen Ländern, darunter Österreich, innovative Ansätze zur effizienten Nutzung von Boden und baulichen Beständen entwickelt werden. Projektträger wie die Regionalmanagement Südweststeiermark GmbH und das Fachteam Baukultur des Landes Steiermark leisten dabei wertvolle Beiträge.
Ein Blick in die Zukunft
Die Baukulturreise 2026 war nicht nur ein Ausflug, sondern eine essentielle Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen. Die Teilnehmenden kehren nicht nur mit neuen Perspektiven zurück, sie haben auch ein starkes Bewusstsein für die Verantwortung, die sie tragen. Der Weg zur nachhaltigen Stadtentwicklung ist keine gerade Linie, sondern ein dynamischer Prozess, der ständige Anpassungen erfordert. Dabei bleibt der Mensch im Mittelpunkt – denn letztlich geht es darum, Lebensqualität zu schaffen und zu erhalten.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Ideen aus dieser Reise in der Region Leibnitz und darüber hinaus entfalten werden. Das Potenzial ist riesig, und gemeinsam können wir die Weichen für eine bessere, nachhaltigere Zukunft stellen.