Im malerischen Grazer Rosenhain, wo die Natur und Geschichte aufeinandertreffen, hat sich etwas ganz Besonderes getan. Der ehemalige Sommersitz des Jesuitenordens, der nach einem verheerenden Brand im Jahr 1984 als Ruine zurückblieb, erstrahlt nun in neuem Glanz. Bei der Revitalisierung des Barockbaus wurde darauf geachtet, die historischen Außenwände zu bewahren und gleichzeitig moderne Akzente zu setzen. Rektor Peter Riedler von der Universität Graz hebt die kulturellen und historischen Aspekte hervor, die für die Wiederbelebung dieses prächtigen Gebäudes sprachen.

Ein Baurechtsvertrag mit der Stadt Graz über 70 Jahre zu einem symbolischen Preis und Investitionskosten von rund 12 Millionen Euro haben die Weichen für diese spannende Transformation gestellt. Der jetzt fertiggestellte Bau beherbergt das Institut für Bewegungswissenschaften, Sport und Gesundheit und bietet mit fünf Geschossen und etwa 1800 Quadratmetern Nutzfläche jede Menge Platz für Bildung und Forschung. Alte Fenstergitter und die bezaubernden Bleifensterbänke wurden sorgfältig restauriert, während im Inneren moderne Elemente wie Betonfertigdecken integriert wurden.

Ein Ort für Bildung und Erholung

Die frische Gestaltung des Gebäudes schafft optimale Nutzungsmöglichkeiten. Zu finden sind hier ein Hörsaal und ein Mehrzweckraum für rund 200 Personen im Erdgeschoss, Seminarräume für etwa 100 Personen im ersten Obergeschoss und Büros für circa 50 Personen in den Dachgeschossen. Im Keller gibt es sogar einen Fahrradabstellraum. So wird klar, dass nicht nur die Bildung, sondern auch die Nachhaltigkeit großgeschrieben wird.

Das gesamte Projekt verfolgt eine nachhaltige Konzeption und hat sich die Kreislaufwirtschaft auf die Fahnen geschrieben. Ein Energiekonzept, das auf einer modernen Wärmepumpenanlage mit 21 Sonden in 140 Metern Tiefe basiert, sorgt für eine umweltfreundliche Heiz- und Kühltechnik. Auch Regen- und Hangwässer werden clever aufgefangen, um die Austrocknung im Sommer zu verhindern.

Herausforderungen und Lösungen

Doch der Weg zur Revitalisierung war alles andere als einfach. Der teilweisen Einsturz des Kellergewölbes und die Insolvenz einer ausführenden Firma kurz vor der Fertigstellung waren nur einige der Herausforderungen, die es zu meistern galt. Trotz dieser Rückschläge hat das Team nicht aufgegeben und die Sanierung im Einklang mit dem Bau- und Denkmalschutzrecht vorangetrieben. Die Freianlagen wurden sensibel in den Naturraum integriert und bieten nun Erholungsbereiche mit Zugang zur Waldlichtung, Sitzmöglichkeiten und einem Trinkbrunnen.

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Das Gebäude wird nicht nur als Bildungsstätte genutzt, sondern auch als Ort der Begegnung und des Austauschs. Der Vorplatz hat sich zu einem einladenden Treffpunkt entwickelt, wo Studierende und Besucher die Ruhe der Umgebung genießen können. Die bauliche Fertigstellung ist für Juni 2025 geplant, mit der Übergabe an die Universität für Juli 2025.

Denkmalpflege in der modernen Welt

Was in Graz geschieht, ist ein wichtiger Schritt in der Denkmalpflege. Der Erhalt historischer Gebäude wird immer wichtiger, insbesondere in Zeiten, in denen viele Kulturgüter Gefahr laufen, verloren zu gehen. Die strategische Transformation solcher Bauten erfordert ein Zusammenspiel vieler Akteure, von Denkmalschutzbehörden bis zu Fachplanern. In Deutschland beispielsweise öffnen jährlich über 6.500 historische Gebäude ihre Türen, auch wenn viele gleichzeitig dem Verfall geweiht sind. Die Revitalisierung in Graz zeigt, dass es auch anders geht – indem man die Vergangenheit bewahrt und gleichzeitig Raum für die Zukunft schafft.

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