Im idyllischen Ortsteil Gratkorn, direkt neben der B67 in Richtung Norden, blüht ein ganz besonderer Gemeinschaftsgarten des Vereins „Gemeinsam Gärtnern“. Hier wird nach dem Motto „Gib was du magst, und nimm, was du magst“ geackert und geerntet. Der Garten, der seit rund 15 Jahren existiert, hat sich über die Jahre zu einer bunten Oase entwickelt, die nicht nur Pflanzen, sondern auch Menschen zusammenbringt.

Hanspeter Zach, der Gründer und Obmann des Vereins, hat mit seinem Team eine wunderbare Möglichkeit geschaffen, wie man ohne starre Regeln und hierarchische Strukturen gemeinsam im Einklang mit der Natur arbeiten kann. Rund 30 Mitglieder engagieren sich hier, und das Engagement variiert je nach Jahreszeit. „Es ist eine entspannte Atmosphäre“, erzählt Hanspeter, „wir sind offen für Garten-Neulinge und Interessierte.“ Die ursprüngliche Idee, Zeit in der Natur zu verbringen, hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Unterstützt von einem befreundeten Bauern, der einen Teil seines Ackers zur Verfügung stellte, haben sie unkonventionelle Anbaumethoden erprobt – Kartoffeln durften kreuz und quer wachsen, und heute erstrahlt der Garten in strukturierter Pracht mit Hochbeeten, Folientunneln und einer beeindruckenden Gemüsevielfalt.

Ein Ort des Miteinanders

Der Gemeinschaftsgarten ist nicht nur ein Ort des Gärtnerns, sondern auch ein sozialer Treffpunkt, an dem sich Nachbarn austauschen und Freundschaften schließen können. Hier sind nicht nur die Mitglieder aktiv, sondern auch Klienten des Vereins „Die Brücke“ und Praktikantinnen und Praktikanten der Caritas-Schule, die regelmäßig vorbeischauen. Ein Familiennachmittag am Dienstag bringt die Gemeinschaft zusammen, und Workshops zu Themen wie Bienen und Kräuter machen den Garten zu einem echten Lernfeld.

Diese sozialen Aspekte sind nicht zu unterschätzen. Studien zeigen, dass Gemeinschaftsgärten nicht nur den Obst- und Gemüseverbrauch erhöhen, sondern auch das Zugehörigkeitsgefühl und die Nachbarschaftskohäsion stärken. Wenn man hier in den Garten kommt, spürt man die positive Energie. Es tut einfach gut, zu sehen, wie die Pflanzen wachsen und gedeihen – und das gleich mit vielen anderen gemeinsam zu erleben!

Ein Paradies für Pflanzen und Bestäuber

Die Vielfalt der Pflanzen schafft nicht nur eine reiche Ernte, sondern fördert auch die Biodiversität. Blütenreiche Gärten sind entscheidend für die Bestäuber-Diversität, und hier im Gemeinschaftsgarten wird auf Mischpflanzungen und den Verzicht auf Pestizide geachtet. Der Garten ist so gestaltet, dass er Lebensraum für zahlreiche Bestäuber bietet. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Seele – die bunten Farben der Blumen und das Summen der Bienen schaffen eine wahre Wohlfühloase.

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Mit einem klugen Wassermanagement und der Nutzung von Regenwasser wird auch der ökologische Fußabdruck minimiert. Die Mitglieder haben vor fünf Jahren einen Mitgliedsbeitrag eingeführt, um die laufenden Kosten zu decken. So bleibt der Garten ein Ort, der nicht nur blüht, sondern auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Ein Platz für alle Sinne

Das Besondere an diesem Garten ist, dass es hier keine strengen Regeln gibt. Jeder bringt das ein, was er kann und mag. Das Prinzip des Gebens und Nehmens funktioniert wunderbar und sorgt für eine harmonische Atmosphäre. Und wenn man mal einen Überschuss an Gemüse hat – sei es Salat oder anderes – ist das kein Problem. Das wird einfach geteilt. So wird aus einem kleinen Stück Land ein Ort der Gemeinschaft und des Lernens, der gleichzeitig ein Rückzugsort inmitten des urbanen Lebens ist.

In einer Welt, in der das Bedürfnis nach kleinen grünen Rückzugsorten in der Stadt wächst, ist dieser Gemeinschaftsgarten ein echtes Juwel. Hier wird das Gärtnern zu einem Erlebnis für alle Sinne. Die frische Luft, das Gackern der Hühner, das Lachen der Kinder auf dem Spielplatz – all das macht diesen Ort lebendig. Wer hier einmal war, versteht schnell, dass es beim Gärtnern nicht nur um das Pflanzen und Ernten geht, sondern um das Miteinander und das Teilen von Freude und Erfolg.

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