Am Pfingstmontag war es wieder soweit: Die Stainzer Traktorfreunde unter der Leitung von Obmann Paul J. Wiener luden zur alljährlichen „Fahrt ins Blaue“. Dieses Mal ging es zum Glasmuseum in Sommereben – ein Ort, der nicht nur für die Augen, sondern auch für den Geist viel zu bieten hat. Wenn man die Traktoren sieht, die über die Straßen schnurren, kann man sich kaum dem Charme dieser Tradition entziehen.

Die Anreise führte die fröhliche Gruppe über Klosterhöhe, Preißberg und Steinreib in Richtung Greisdorf. Es war ein sonniger Tag, und die Vorfreude war geradezu greifbar. Karl Dudek, der Obmann des Vereins Viana Styria, begrüßte die Teilnehmer herzlich und erzählte von den Grabungsarbeiten, die 2011 auf der Glaserwiese begonnen hatten. Ein Vortrag über die Glaskunst im 17. Jahrhundert, der lehrreicher kaum hätte sein können! Besonders spannend war die Geschichte eines Glasofens, der mit seinen 6,3 Metern Länge und 2,55 Metern Breite gut erhalten ist und von angesehenen Glasmacherfamilien betrieben wurde.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Blütezeit der Glasindustrie fällt in die Mitte des 17. Jahrhunderts – eine Zeit, in der hier in der Region Quarz, Holz und Asche für die Glasherstellung zur Verfügung standen. Die Teilnehmer waren sichtlich beeindruckt, als sie von Karl Dudek erfuhren, dass die Grabungen unter der Aufsicht des Bundesdenkmalamtes durchgeführt wurden und die Fundstelle mittlerweile in authentischer Holzbauweise eingehaust ist. Als Außenstelle von Archeo Norico zeigt sie Fundstücke und Schautafeln, die einen tiefen Einblick in die Glaskunst von 1620 bis 1660 geben.

Nach einer spannenden Führung durch das Glasmuseum gab es zur Stärkung ein Mittagessen beim Klugbauer in Sommereben. Hier wurde nicht nur geschlemmt, sondern auch ordentlich gelacht. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie das gemeinsame Essen die Leute näher zusammenbringt. Die Rückkehr zum Traktormuseum war für den Nachmittag geplant und so ging es nach einem geselligen Miteinander zurück zur Heimatbasis der Traktorfreunde.

Glas: Von der Tradition zur Innovation

Die Geschichte des Glases reicht weit zurück. Bereits seit etwa 2000 v. Chr. wurden Techniken wie Blasen und Gravieren verwendet, um wertvolle Artefakte zu schaffen. Die industrielle Revolution brachte zwar die Mechanisierung mit sich, doch oft auf Kosten der künstlerischen Integrität. Heute versuchen zeitgenössische Künstler, traditionelle Techniken mit modernen Ästhetiken zu kombinieren, um das Erbe des Handwerks zu bewahren. Nachhaltigkeit und innovative Technologien stehen dabei ganz oben auf der Agenda.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Glasproduktion ist ein faszinierendes Zusammenspiel von Kunstfertigkeit und Funktionalität. Die Handwerker, die mit Leidenschaft und Geschick arbeiten, nutzen sowohl traditionelle Verfahren als auch moderne Technologien, um die Qualität ihrer Produkte zu sichern. Immer mehr Bildungsinitiativen und Workshops fördern die Wertschätzung und Entwicklung von Fähigkeiten bei aufstrebenden Talenten. Es ist ermutigend zu sehen, wie diese alten Handwerkstechniken heute noch einen Platz in der modernen Welt finden.

Die „Fahrt ins Blaue“ war nicht nur eine Ausfahrt, sondern eine Reise durch die Zeit, die den Teilnehmern sowohl die Schönheit als auch die Bedeutung des Glases näherbrachte. Ein Tag, der in Erinnerung bleibt und zeigt, wie wichtig es ist, Traditionen zu pflegen und gleichzeitig für die Zukunft offen zu sein. Man könnte sagen, dass die Stainzer Traktorfreunde mit dieser Ausfahrt ein Stück Geschichte lebendig gemacht haben!