Heute ist der 30.05.2026 und hier in Deutschlandsberg spüren wir den Zauber der Beerenzeit, auch wenn dieser Jahrgang ein wenig anders ausfällt. Die Erdbeere, die in der Region gerne als „Königin der Beeren“ gefeiert wird, hat ihren Thron nicht ganz so strahlend eingenommen wie im Vorjahr. Die Nachfrage ist zwar groß, doch die Realität ist, dass die Beeren heuer kleiner und weniger üppig ausfallen. Andreas Kürbisch vom Erdbeerzentrum, der gleich vier Felder in der Umgebung bewirtschaftet, spricht von einer verzögerten Ernte, die unter Frost und Trockenheit leidet. Wer hätte gedacht, dass das Wetter so eine entscheidende Rolle spielen kann?

In Heimschuh etwa, wo Matthias Posch ebenfalls Erdbeeren anbaut, sieht die Lage ähnlich aus. Hier sind die Früchte aufgrund von Wassermangel eher mittelgroß. Und das, obwohl die Kunden mehr denn je Wert auf die Herkunft der Erdbeeren legen und das Selberpflücken einen regelrechten Boom erlebt. Immer mehr Familien und auch junge Leute strömen auf die Felder, um die frischen Früchte selbst zu ernten. Ein Kilogramm Erdbeeren kostet am Feld in Heimschuh fünf Euro – im Supermarkt kann man für die gleichen Beeren schnell das Doppelte bezahlen. Da kann man schon ins Grübeln kommen, wo man sein Geld besser anlegt!

Frost und Trockenheit setzen den Beeren zu

Die Frostnächte, die kurz vor oder während der Blüte auftraten, haben nicht nur die Ernte verzögert, sondern auch die Qualität der Erdbeeren beeinträchtigt. Ein Teil der Blüten ist braun bis schwarz gefärbt, was auf Frostschäden hinweist. Diese geschädigten Blütenachse führt zu deformierten Früchten. Das bedeutet, dass die Erdbeeren nicht nur kleiner, sondern auch nicht ganz so hübsch aussehen. Und wer will schon eine schiefe Erdbeere? Ein echter Schock für die Erzeuger, die sich auf eine gute Saison gefreut hatten!

Die Familie Treichler in Oberragnitz erzählt von großem Interesse an ihren Erdbeeren seit der Öffnung am 13. Mai. Doch auch sie kämpfen mit den Folgen von Frost und Trockenheit. Die Ernte fällt kleiner aus als im Vorjahr, was die Käufer natürlich nicht abschreckt. Die Preise spielen eine wichtige Rolle; viele Kunden wollen die Kosten für Verpackung und Arbeit sparen und kommen lieber selbst vorbei. Das ist nicht nur günstiger, sondern macht auch einfach mehr Spaß – die Sonne auf der Haut, der süße Duft der reifen Erdbeeren in der Luft… herrlich!

Wie geht es weiter?

Die Erdbeerbauern müssen kreativ werden, um mit den Wetterkapriolen umzugehen. Gegenmaßnahmen wie das Bedecken der Erdbeeren mit Vlies vor Spätfrösten können helfen, doch ist das nicht immer einfach umzusetzen. Auch das Abdecken der Pflanzen bei winterlichen Barfrösten ist eine Maßnahme, die vielleicht zu spät kommt. Und dann ist da noch das Stroh, das im Frühjahr nicht zu früh eingelegt werden darf, um die Wärmeabstrahlung des Bodens nicht zu behindern. Ein ständiger Balanceakt zwischen Natur und Wirtschaftlichkeit.

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Die Beerenzeit hat in der Steiermark einen besonders hohen Stellenwert – nicht nur wegen der leckeren Früchte, sondern auch aufgrund des Gemeinschaftsgefühls, das beim Selberpflücken entsteht. Trotz der Herausforderungen, die das Wetter mit sich bringt, dürfen wir die Freude an den Erdbeeren nicht vergessen. Vielleicht sind sie kleiner, aber sie sind dennoch ein Stück Sommer, das wir uns nicht entgehen lassen sollten.