Heute ist der 7. Mai 2026, und die Luft hier in Tamsweg ist voller Vorfreude. Die Eröffnung der neuen Gedenkorte für Pfarrer Josef Schitter und die katholischen Geistlichen, die im Widerstand gegen das NS-Regime waren, steht bevor. Ein Projekt, das seit 2022 im Bundesland in Gange ist und bereits in Neumarkt, Hallein, St. Johann und Saalfelden an Bedeutung gewonnen hat. Jetzt wird es also auch in Maria Pfarr und Tamsweg sichtbar. Ein schöner Schritt, um die Erinnerung an diese mutigen Männer lebendig zu halten!
Josef Schitter – ein Name, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnt. Geboren am 1. August 1911 in Pichl im Lungau, war er nicht nur Priester, sondern auch ein Mann, der sich aktiv gegen die Unterdrückung zur Wehr setzte. Seine Ausbildung führte ihn durch die Volksschule in Mariapfarr und das Priesterseminar in Salzburg, wo er 1939 zum Priester geweiht wurde. Und dann, nun ja, kam der Krieg. Schitter stellte sich mutig gegen das NS-Regime, kritisierte es in seinen Predigten und warnte seine Kollegen vor drohenden Hausdurchsuchungen. Ein mutiger Schritt, der ihn schließlich ins Gefängnis und ins Konzentrationslager Dachau führte. Dort, wo die Freiheit und das Leben auf das Äußerste beschnitten wurden.
Ein bewegtes Leben
Die Verhaftung am 10. Juli 1944 war kein Zufall – sie war das Ergebnis seiner defaitistischen Äußerungen. Unterstützt von seiner Familie, die unter der Gestapo zu leiden hatte, blieb er standhaft. Schitter’s Mutter wurde verhaftet, und Pläne zur Enteignung des Familienhofs schwebten über ihnen wie ein dunkler Schatten. Doch trotz dieser Widrigkeiten gab er nie auf. Nach seiner Entlassung aus dem KZ war er Kooperator in Eugendorf und Saalfelden, und verbrachte letztendlich 20 Jahre als Seelsorger in der Rehhofsiedlung in Hallein.
Ein interessantes Detail: Während seines Ruhestands widmete sich Schitter dem Schreiben. Er verfasste mehrere Heimatbücher, darunter zwei Bände über Mariapfarr und Werke für die umliegenden Gemeinden. Seine Leidenschaft für die Geschichte seiner Heimat war offensichtlich, und das, obwohl er sich oft benachteiligt fühlte, weil er in seiner eigenen Institution verfolgt wurde. Man könnte sagen, er war ein Mann, der trotz aller Widrigkeiten seine Stimme erhob und die Schönheit seiner Heimat in Worte fasste.
Ein Kunstprojekt mit Bedeutung
Am 8. Mai wird das Projekt „Orte des Gedenkens“ in Mariapfarr und Tamsweg feierlich eröffnet. Um 17 Uhr in Mariapfarr und um 19 Uhr in Tamsweg – ein Termin, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte! Das Kunstprojekt „Wunder Stoff / Wunder Punkt“ von Johanna und Helmut Kandl wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Wandmalereien, die die Pracht von Messgewändern zeigen, jedoch mit Rissen und Lücken – eine eindringliche Metapher für die Gewaltherrschaft des NS-Regimes und das jahrzehntelange Stillschweigen, das über diesen Themen lag.
Im Rahmen des Projekts wird bis Mai 2027 auch eine Reihe von Informationsveranstaltungen in Mariapfarr und Tamsweg stattfinden. Ein wichtiger Schritt, um die vielfältigen Beweggründe für Widerstands-Handlungen sichtbar zu machen. In einer Zeit, in der viele Menschen wieder nach Antworten suchen, kann das Gedenken an Schitter und seine Mitstreiter eine wertvolle Quelle der Inspiration und Reflexion sein. Es wird spannend sein zu sehen, wie die lokale Gemeinschaft auf diese Eröffnungen reagiert und welche Gespräche sich daraus entwickeln.
Wie schön ist es, dass wir heute die Möglichkeit haben, diese Geschichten zu erzählen und die Erinnerung an solche mutigen Männer aufrechtzuerhalten. Sie haben nicht nur für ihre Überzeugungen gekämpft, sondern auch für eine bessere Zukunft für alle. Lassen wir uns also einladen, diesen besonderen Tag zu feiern und die Geschichten derjenigen zu würdigen, die nie aufgegeben haben.