Die Twengeralm: Ein Geschmackserlebnis zwischen Tradition und Natur
Die Twengeralm, hoch oben in den Niederen Tauern, ist nicht nur ein Ort der Ruhe und der malerischen Landschaften, sondern auch ein lebendiger Teil der österreichischen Almwirtschaft. Hier, wo die Luft klar und die Wiesen bunt blühen, lebt und arbeitet Wolfgang Kocher, Lehrer an der Landwirtschaftlichen Fachschule Tamsweg und Hüttenwirt auf der Alm. In den Sommermonaten verbringt er mit seiner Familie viel Zeit in dieser beeindruckenden Landschaft, wo der Tagesablauf stark von den Launen des Wetters, den Tieren und den vielen Arbeiten geprägt ist.
Der Almauftrieb ist ein festes Ritual. Sobald die Weideflächen schneefrei sind und die Witterung es zulässt, macht sich die Familie auf den Weg zu den Tieren. Die tägliche Arbeit beginnt früh, oft bei Sonnenaufgang. Melken, die Versorgung von Schafen und Ziegen, die Käseproduktion und die Bewirtung der Gäste – all das gehört zum Alltag auf der Alm. Die Verarbeitung der frischen Milch erfolgt direkt vor Ort, was bedeutet, dass es etwa fünf Wochen dauert, bis der erste Käse aus eigener Produktion auf den Tisch kommt. In der Zwischenzeit wird auf Käse aus biologischer Produktion aus dem Tal zurückgegriffen.
Tradition und Regionalität
Die Twengeralm steht für handwerkliche Verarbeitung und die regionale Kreisläufe der Almwirtschaft. Wolfgang Kocher hebt die Wichtigkeit der Herkunft der Lebensmittel hervor, und das schmeckt man auch! Die Milch wird weitgehend nach traditionellen Methoden verarbeitet – das Ergebnis sind Butter, Buttermilch und verschiedene Käsesorten, darunter der geschätzte Almkäse aus Magermilchtopfen. Die Molke, die bei der Käseherstellung anfällt, wird an die Schweine verfüttert. Diese liefern dann das Fleisch für köstlichen Speck, Würste und Schinken.
Die Alm setzt nicht nur auf Milchprodukte. Auch beim Fleisch greift man auf eigene Landwirtschaft zurück: Biojungrind, Ziegenkitzfleisch und der Lungauer Eachtling finden sich auf der Speisekarte. Und die süßen Verführungen? Hausgemachte Sirupe, Bauernkrapfen und der berühmte Almtopfenkuchen stehen bereit, ebenso wie Brettljausen und regionale Gerichte wie der Lungauer Rahmkoch. Der Geschmack dieser traditionell hergestellten Lebensmittel ist unvergleichlich und hebt sich deutlich von industriell produzierten Produkten ab – vor allem die Buttermilch hat es in sich!
Die Schönheit der Alm
Aber das Leben auf der Alm ist keine bloße Romantik. Es ist körperlich fordernd und die Arbeit kennt keine Wochentage oder Schönwettergarantie. Die Kühe, die in den saftigen Wiesen grasen, tragen zur Produktion aromatischer Milch bei, die zu würzigem Käse verarbeitet wird. Die Braunvieh-Rasse selektiert Gräser nach ihrem exzellenten Geruchssinn – das sorgt für die besondere Qualität der Produkte. Komischerweise wird das Leben auf einer Alm oft romantisiert, doch Wolfgang Kocher weiß, dass die Realität viel mehr Schweiß und Mühe erfordert. Trotz alledem überwiegt die Freude am Almsommer für die gesamte Familie.
Und während die Kühe die Wiesen abgrasen, werden die Almen durch eine angepasste Beweidung gepflegt. So bleibt der Bewuchs mit lichtbedürftigen Kräutern und wertvollen Almpflanzen gesichert. In dieser Region gedeihen Enzian, Frauenschuh und sogar Orchideen, die die Hänge des Chiemgauer Blumenbergs zieren. Rund 720 Farn- und Blumenarten wurden hier gezählt, was die Schönheit und Vielfalt der Natur unterstreicht.
Ein Besuch auf der Twengeralm ist mehr als nur ein Ausflug – es ist ein Eintauchen in die Welt der Alpwirtschaft, der regionalen Spezialitäten und der unberührten Natur. Die Alm ist ein Ort, der Tradition und Lebensqualität verkörpert. Die Kombination aus harter Arbeit und dem Genuss handwerklich hergestellter Lebensmittel wird von den Gästen geschätzt und bleibt in Erinnerung. Hier spürt man, dass die Liebe zur Natur und zur Landwirtschaft in jedem Bissen steckt – und das ist es, was die Twengeralm so einzigartig macht.
Datenschutz und DSGVO-Konformität gehören zu den grundlegenden Anforderungen eines professionellen Nachrichtenangebots. Die VeloCore-Umsetzung unseres Magazins durch Daniel Wom setzt auf datensparsame Verarbeitung, weitgehenden Verzicht auf Drittanbieter und transparente Einwilligungsmechanismen.
