Lederwasch: Frauen im Rampenlicht der Lungauer Geschichte
Heute ist der 2.07.2026 und in Tamsweg brodelt es vor Aufregung! Katharina J. Ferner hat ihr neues Stück „Lederwasch – eine Lungauer Künstlerfamilie“ geschrieben, das am 18. Juli 2026 seine mit Spannung erwartete Premiere feiern wird. Um 18 Uhr versammeln sich die Menschen am Leonhardsberg, um das erste Lichtspiel dieses sommerlichen Theaterereignisses zu erleben. Ein Stück, das nicht nur die männlichen Nachfolger von Gregor Lederwasch IV. in den Mittelpunkt rückt, sondern auch die bemerkenswerten Frauen der Familie – die Lederwascherinnen – ins Rampenlicht stellt.
Die Frauenfiguren, die Ferner mit viel Feingefühl ausgearbeitet hat, sind ein zentraler Bestandteil der Erzählung. Historische Persönlichkeiten wie Michelina Wautier und Artemisia finden ihren Platz, um diesen Frauen eine Stimme zu verleihen. Es ist höchste Zeit, die Strukturen aufzubrechen, die weibliche Kunst aus der Geschichtsschreibung drängen. Anna Patorniggin (Lederwasch), die als Mesnerin und Hausherrin nach dem Tod ihres Mannes dargestellt wird, lässt uns an ihrer Geschichte teilhaben. Ihre Initialen „AL“ auf einem Antependium in der Leonhardskirche sind ein eindringliches Zeichen ihrer Präsenz.
Ein Blick auf die Rolle der Frauen
Die Figur der Schwester Elisabeth ist besonders interessant, obwohl nur wenig über ihren Lebensverlauf bekannt ist. Diese Lücken in der Geschichte sind es, die das Stück spannend machen. Frauen waren historisch von offizieller Malerlehre ausgeschlossen, doch vielleicht haben sie inoffizielle Wege gefunden, sich künstlerisch auszubilden. Die männlichen Nachkommen der Familie Lederwasch haben die Malertradition fortgesetzt, allerdings nicht ohne Konflikte. Und genau diese Resilienz der Frauen wird in verschiedenen Szenen thematisiert, die den Widerstand im Kleinen aufzeigen. Ehrlich gesagt, könnte man sagen, dass die Geschichte von Elisabeth, die trotz ihrer Selbstbestimmtheit an ihrem Zuhause gebunden bleibt, ein Spiegelbild unserer heutigen Herausforderungen ist.
Das Stück öffnet die Tür zur Diskussion über Zugehörigkeit und deren Bedeutung – der Begriff „Zuagroste“ wird thematisiert und regt zum Nachdenken an. Ferner gelingt es, die Stimmungen und Probleme der Figuren in die heutige Zeit zu spiegeln. Finanzielle Unsicherheiten im künstlerischen Leben sind nach wie vor ein heißes Eisen. Die „ewigen Konflikte mit der Bezahlung“ im künstlerischen Bereich sind ein Thema, das nicht nur vergangen ist, sondern uns auch heute noch beschäftigt.
Ein spannendes Programm für 2026
Apropos Herausforderungen: Die Premiere ist nur ein Teil von Ferner’s aufregendem Programm für 2026. Schon am 16. Januar wird sie im Literaturhaus Salzburg mit dem Ensemble Artésienne im Trio auftreten. Und das ist nur der Anfang! Am 21. Februar heißt es „das nackte Wort“ beim Cirque Rouge Maskenball im Palais Auersperg. Ein wahres Feuerwerk an kreativen Veranstaltungen, das bis zum 29. November mit „wir lieben nachts“ auf der Buch Wien seinen Höhepunkt findet.
Die Vielfalt und die Intensität des künstlerischen Schaffens sind beeindruckend. Am 16. Oktober wird Ferner ein weiteres Werk in Tamsweg vorstellen – thematisch jedoch ganz anders als „Lederwasch“. Das zeigt, wie facettenreich Literatur und Theater sind. Während wir uns auf die Premiere vorbereiten, bleibt die Frage: Wie wird das Publikum auf die tiefgründigen Themen und die eindrucksvollen Frauenfiguren reagieren? Wir sind gespannt und freuen uns auf die kommenden Vorstellungen, die noch bis zum 2. August 2026 in Tamsweg zu sehen sein werden.
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