Ein ganz besonderer Gast hat sich kürzlich an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg blicken lassen: Howard Catton, der CEO des International Council of Nurses (ICN). Bei seinem Vortrag, der sich mit den Herausforderungen und der Zukunft der Pflege beschäftigte, hat er den Zuhörern einiges zu denken gegeben. Ein Thema, das uns alle betrifft – denn Pflege ist nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Herzensangelegenheit.

Catton, dessen Verbindung zur PMU über die Jahre gewachsen ist, betonte in seinen Ausführungen, dass menschliche Pflege durch Roboter oder Künstliche Intelligenz einfach nicht ersetzt werden kann. Eine wichtige Botschaft in Zeiten, in denen Technik immer mehr in unser Leben eindringt! Für ihn ist klar: Wir müssen mehr Pflegekräfte ausbilden und neue Modelle entwickeln, um dem weltweiten Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken. Der Fokus sollte dabei von der klassischen Krankenhauspflege auf wohnortnahe und häusliche Pflege verlagert werden. Schließlich möchten die meisten Menschen in ihrem vertrauten Zuhause bleiben, wenn sie pflegebedürftig werden.

Der Wandel der Pflege

Jürgen Osterbrink, Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis, bezeichnete Cattons Vortrag als „Glücksgriff“ für Salzburg. Er selbst sieht die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Versorgungsstruktur, um lange Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und eine gute häusliche Betreuung sicherzustellen. Das ist ein Wunsch, der nicht nur in Salzburg, sondern überall auf der Welt Gehör finden sollte. Karl Schwaiger, Pflegebeauftragter des Landes, sprach ebenfalls von der Bedeutung der Pflegeplattform 3, die sich auf die extramurale Pflege konzentriert. Eine Plattform, die sicherstellt, dass Informationen über Pflegeangebote der Bevölkerung zugänglich sind.

Die Resonanz unter den Studierenden war durchweg positiv. Stefanie Berger, eine Ph.D.-Studentin, beschrieb den Vortrag als bestärkend und bereichernd. Das zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen für die Pflege zu begeistern, denn sie sind die Zukunft dieser wichtigen Branche.

Ein Blick über die Grenzen

Ein spannendes Beispiel für innovative Pflegepraktiken finden wir in der Wohnsiedlung De Hogeweyk, etwa 20 Kilometer von Amsterdam entfernt. Diese Siedlung wurde für Menschen mit schwerer Demenz konzipiert und bietet ein einzigartiges Lebensumfeld. In individuell gestalteten Reihenhäusern leben dort in der Regel sieben Personen zusammen. Jede/r hat sein eigenes Zimmer, während das Wohnzimmer geteilt wird. So entsteht eine familiäre Atmosphäre, die für Menschen mit Demenz besonders wichtig ist.

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Die Betreuerin, die zur Wohngemeinschaft gehört, kümmert sich um die täglichen Belange – von der Wäsche bis hin zur gemeinsamen Essensplanung. Auf diese Weise wird der Alltag der Bewohner sinnvoll strukturiert, und sie können sich in einem sicheren Umfeld bewegen. Ein Supermarkt, eine Kneipe, ein Restaurant und sogar ein kleines Theater machen das Viertel lebendig. Das Besondere: Die Kosten für die Pflege werden überwiegend vom Staat übernommen, sodass auch Menschen mit geringerem Einkommen einen Platz finden können.

Obwohl solche „Demenzdörfer“ manchmal umstritten sind – Kritiker sehen darin eine Abkehr von Teilhabe und Inklusion – zeigen sie dennoch, dass es möglich ist, Pflege neu zu denken und zu gestalten. In Deutschland etwa wurde 2014 das erste Demenzdorf eröffnet und die Idee findet auch in anderen Ländern wie der Schweiz, Dänemark und Italien Anklang.

Die Erkenntnisse aus Cattons Vortrag und den internationalen Beispielen sollten uns dazu anregen, die Pflege in Österreich ebenfalls neu zu gestalten. Denn letztlich geht es darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen die Würde und das Wohlbefinden zu bieten, die sie verdienen.

Ein modernes Nachrichtenportal wie unseres, muss für alle Menschen zugänglich sein. Unser Website System wurde daher konsequent nach den Vorgaben der WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – mit sauberer Struktur, ARIA-Attributen und ohne technische Hürden für assistive Technologien. Die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom / VeloCore.