Am Abend des 22. April 2026 sorgte ein vorläufiger Verdacht für kräftige Wellen in der Gemeinde Maria Alm. Auf einer Weide wurden tote Ziegen entdeckt, die ein typisches Rissbild eines Wolfes aufwiesen. Der Wolfsbeauftragte des Landes, Hannes Üblagger, machte sich umgehend auf den Weg, um den Riss zu begutachten und DNA-Proben zur Auswertung zu entnehmen. Sollte sich die Vermutung bestätigen, könnte dies der erste offizielle Wolfriss des Jahres werden. Der Fund wird momentan vom Land Salzburg als Verdachtsfall geführt.
Die Spuren am Tatort weisen deutlich auf einen Wolf hin. Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek äußerte sich besorgt über die Situation und betonte die Notwendigkeit, die bäuerlichen Betriebe und Almen zu schützen. In diesem Kontext wird eine neue Verordnung für das Wolfsmanagement des Landes gefordert. Diese würde es ermöglichen, zwischen dem 1. Mai und dem 15. November maximal zwei Wölfe pro Jahr abzuschießen, falls diese zuvor Schäden verursachen.
Wissenschaftliche Hintergründe zur Probenentnahme
Die Entnahme von Genetikproben spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung solcher Vorfälle. Bei Losungen, Haaren und Rissen mit Wolfsverdacht können Proben genommen werden. Frische Funde erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen genetischen Untersuchung erheblich. Dabei ist die Witterung ein nicht zu unterschätzender Faktor: Starke Sonneneinstrahlung oder Regen können die DNA-Struktur zerstören, während Trockenheit und Frost den Zerfall verlangsamen.
Wolfstypische Merkmale, die bei einem Riss auftreten können, sind beispielsweise Kehlbisse, geöffnete Bauchhöhlen und durchgebissene Rippenbögen. Die Dokumentation der Funde ist entscheidend für die weiteren Untersuchungen. Hierfür wird empfohlen, ein Onlineformular oder eine Smartphone-App zu nutzen. Bei aussichtsreichen Funden können sogar selbst Proben genommen werden, wobei bei Nutztierrissen die Probenentnahme nur von Bezirksförstern durchgeführt werden darf.
Wölfe und menschliche Konflikte
Die Rückkehr der Wölfe in Deutschland gilt als Erfolgsgeschichte des Artenschutzes, und auch in Österreich ist der Wolf national und international streng geschützt. Es ist jedoch wichtig, Konflikte zwischen Wolf und Mensch zu minimieren. Das Wolfsmanagement liegt in den Händen der Bundesländer, die grundlegende Daten zur Verbreitung und zu Konfliktfeldern erheben. Ein wichtiger Bestandteil dieses Managements ist der Schutz der Nutztiere, wobei bewährte Herdenschutzmethoden zur Anwendung kommen.
Bei Nutztiertötungen wird in der Regel untersucht, ob Wölfe als Verursacher in Frage kommen. Für Schäden, die durch Wölfe verursacht werden, können Ausgleichszahlungen an die Tierhalter veranlasst werden. Das Monitoring der Wolfspopulation umfasst die Überwachung von Verbreitung, Dynamik und Erhaltungszustand, um so die Balance zwischen Artenschutz und den Interessen der Landwirte zu wahren.