Am Samstag, dem 16. Mai, erlebte Wels eine Premiere der besonderen Art – die erste Welser Pride-Parade! Unter dem Motto „United by love“ versammelten sich rund 1.000 Menschen, um für die Rechte der LGBTQI-Community einzutreten. Trotz des trüben Wetters, das einen typischen österreichischen Mai ausmachte, war die Stimmung prächtig. Der Sammelpunkt war das Welios, und gleich um 14 Uhr ging es dann los. Die Route führte durch die Pollheimerstraße, Ringstraße und weiter über die Adlerstraße bis hin zum Stadtplatz und schließlich zum Alten Schlachthof, wo ein Pride Village mit buntem Programm auf die Teilnehmer wartete.

Es war alles andere als eine einfache Wochenendveranstaltung. Vor der Parade gab es heftige Anfeindungen in sozialen Medien und einige Kritiker äußerten den Wunsch, die Veranstaltung möge ausfallen. Doch das Organisationsteam, bestehend aus Lise-Maria Wolfsberger, Lisa Prast und Alessandro Schatzmann von den Grünen, ließ sich nicht beirren. Schatzmann, ein leidenschaftlicher Befürworter der queeren Bewegung in Wels, bezeichnete die Parade als wichtigen Startschuss. Auch Rammerstorfer von den Grünen stellte sich scharf gegen die Gegner der Parade und betonte, dass solche Stimmen das Team nicht stören würden.

Ein friedliches Fest der Vielfalt

Die Parade selbst war ein friedliches und ordentliches Fest. Die Teilnehmer wurden freundlich empfangen, und es gab keinerlei Anzeichen von Kritikern, die sich trotz aller Anfeindungen nicht blicken ließen. Ein echter Lichtblick! Das Organisationsteam hatte alles professionell vorbereitet. Und nach der Parade wartete ab 20 Uhr eine ESC-Party mit Public Viewing auf alle Feiernden im Pride Village. Es war wirklich ein Abend voller Freude und Zusammenhalt.

Interessant war auch die Diskussion rund um die Teilnahme von Kindern an der Parade. Laurien Scheinecker von der SPÖ verteidigte den Aufruf zur Teilnahme und sprach sich klar für Toleranz aus. Das sorgte für hitzige Debatten, vor allem, als der FPÖ-Fraktionschef Thorsten Aspetzberger die „Frühsexualisierung“ von Kindern kritisierte. Scheinecker konterte, indem sie auf die Vielfalt der Lebensrealitäten hinwies. Sie berichtete sogar von persönlichen, aggressiven Nachrichten, die sie bestärkten, gegen den Hass einzutreten und für Respekt zu kämpfen.

Ein Blick über die Grenzen hinaus

Die Welser Pride-Parade reiht sich in den größeren Kontext von Pride-Veranstaltungen weltweit ein. Im Juni beginnt traditionell die Pride-Saison, in der Paraden und Proteste für die Rechte der LGBTQI-Community stattfinden. Diese Veranstaltungen sind das Ergebnis eines langen Kampfes für Gleichberechtigung und Sichtbarkeit. Die Geschichte der Diskriminierung und Verfolgung aufgrund der Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung ist lang und schmerzhaft. Aktuelle Berichte zeigen einen alarmierenden Anstieg queerfeindlicher Straftaten, und Historiker warnen vor möglichen Rückschritten in den erkämpften Rechten.

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Dennoch ist die Welser Pride ein Zeichen der Hoffnung. Die nächste Wels-Pride ist bereits für das kommende Jahr geplant. Das Organisationsteam möchte den Queer-Safe-Space und weitere Events weiterhin fördern. In einer Zeit, in der die Rechte der LGBTQI*-Community immer wieder bedroht sind, ist es wichtiger denn je, gemeinsam für Toleranz und Akzeptanz einzustehen. Hier in Wels hat sich ein starkes Fundament gebildet, und die Begeisterung der Teilnehmer zeigt, dass das Herz der queeren Bewegung schlägt. Und das ist einfach nur schön!