Am 14. Oktober 2023 suchte eine 55-jährige Frau aus dem Mühlviertel verzweifelt Hilfe im Spital in Rohrbach. Sie hatte Brustschmerzen, die sich als Vorbote eines dramatischen Schicksals herausstellten. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass ihre Hauptschlagader eingerissen war – ein alarmierender Zustand, der sofortige Maßnahmen erforderte. Die Ärzte ordneten umgehend einen Transport in ein geeignetes Krankenhaus an, doch die Antwort war ernüchternd: Das Kepler Universitätsklinikum in Linz wies die Patientin aus Kapazitätsgründen ab. Auch andere Kliniken, darunter die Ordensspitäler in Linz sowie das Klinikum Wels-Grieskirchen, gaben eine klare Absage. In dieser kritischen Situation wurden die Bemühungen, die Frau zu stabilisieren, fortgesetzt. Doch in den späten Abendstunden kam die tragische Nachricht: Die Patientin war verstorben.
Die Salzburger Landeskliniken ließen verlauten, dass sie die Übernahme der Patientin zugesagt hatten, jedoch der Zustand so schlecht war, dass ein Transport nicht mehr möglich gewesen sei. Diese Aussagen stehen im Raum, während sich die Betroffenheit über den Vorfall ausbreitet. Christine Haberlander, die Landeshauptmannstellvertreterin für Gesundheit, äußerte ihr Unverständnis über die fehlende rasche Hilfe und forderte eine umfassende Aufklärung der Geschehnisse. Auch Peter Binder von der SPÖ sprach von einem „Total-Systemversagen“, während Michael Raml von der FPÖ die Unhaltbarkeit der Situation betonte: Ein Mensch darf wegen fehlender Intensivbetten nicht sterben. Ralph Schallmeiner von den Grünen forderte Reformen im Gesundheitswesen und kritisierte die Blockadehaltung der Bundesländer.
Ein neuer Hoffnungsschimmer für Aortenpatient:innen
Inmitten dieser Debatte um die Notwendigkeit eines funktionierenden Gesundheitssystems gibt es auch innovative Ansätze zur Verbesserung der Patientenversorgung. Das Deutsche Herz-Zentrum in Berlin (DHZC) hat zusammen mit der Gesundheits-App DoctorBox einen Notfallausweis für Aortenpatient:innen eingeführt. Dieser Ausweis erlaubt es Notärzt:innen und Rettungssanitäter:innen, im Ernstfall schnell auf die Patientenakte zuzugreifen. Eine Registrierung über die kostenlose DoctorBox-App ermöglicht es den Patient:innen, ihre Daten zu Blutgruppe, Krankheiten und Allergien einzutragen. Im Notfall kann dann über einen QR-Code auf der Karte die entsprechende Website aufgerufen werden. Nach Eingabe einer PIN erhalten die Rettungskräfte Zugang zu sämtlichen Gesundheitsdaten der Patient:innen.
Die Wichtigkeit solcher Maßnahmen wird besonders klar, wenn man bedenkt, dass Aortenaneurysmen oft über Jahre hinweg keine Beschwerden verursachen können. Sie können plötzlich und ohne Vorwarnung zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Besonders gefährdet sind Männer ab 65 Jahren und Frauen ab 60 Jahren. Auch Männer ab 60 Jahren mit Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck sollten wachsam sein. Ein einfacher Ultraschall kann in nur wenigen Minuten helfen, solche Gefahren frühzeitig zu erkennen und möglicherweise Leben zu retten. Die kommenden Screeningtage – eine wichtige Vorsorgemaßnahme – stehen bevor und richten sich besonders an Menschen über 60 mit Risikofaktoren.
Afshin Assadian, der wissenschaftliche Sprecher des Gefäßforums Österreich, betont, wie entscheidend solche Vorsorgeuntersuchungen sein können. In einem Land, wo die Gesundheitsversorgung so oft auf dem Prüfstand steht, ist es an der Zeit, dass wir nicht nur auf die Probleme hinweisen, sondern proaktive Lösungen in Angriff nehmen. Denn es geht um das Wohl jedes Einzelnen – und das sollte immer an erster Stelle stehen.