Ein Leben für die Erinnerung: Günter Kalliauer und sein Erbe in Wels
Heute ist der 25.06.2026 und die Stadt Wels hat einen ihrer bedeutendsten Köpfe verloren. Günter Kalliauer, viele Jahre Leiter des Stadtarchivs Wels, ist verstorben. Er hinterlässt eine Lücke, die wohl kaum zu füllen sein wird. Kalliauer hat das Stadtarchiv zu einer zentralen Anlaufstelle für Historiker, Vereine und Schulen gemacht. Und das war nicht nur ein Job für ihn – das war seine Leidenschaft. Auch nach seiner Pensionierung war er aktiv im Archiv, immer bereit, sein Wissen weiterzugeben. Ein Mann, der mit seiner Bescheidenheit und Klugheit beeindruckte.
Besonders am Herzen lag ihm die wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Geschichte von Wels. In einer Zeit, in der das Erinnern an dunkle Kapitel oft in den Hintergrund gedrängt wird, trat Kalliauer als leidenschaftlicher Mahner auf. Er dokumentierte historische Ereignisse mit einem kritischen Blick und förderte das Bewusstsein für die Erinnerungsarbeit. Projekte wie die Ausstellung zur Geschichte des Stadtteils Lichtenegg im Jahr 2013 sind nur einige seiner vielen Beiträge. Wegbegleiter beschreiben ihn als kenntnisreich und immer an der Wahrheit interessiert – ein Mann, der das kulturelle Gedächtnis der Stadt nachhaltig prägte.
Ein Erbe der Erinnerung
Der Verlust von Kalliauer trifft Wels nicht nur emotional, sondern hat auch Auswirkungen auf die Aufarbeitung der Geschichte. In diesem Zusammenhang ist auch die Forschungsreihe „Nationalsozialismus in Wels“ zu nennen, deren vierter und letzter Band kürzlich veröffentlicht wurde. Unter seiner Leitung erschienen die ersten beiden Bände 2008 und 2012. Diese Reihe ist ein bedeutender Schritt zur Aufarbeitung einer Zeitperiode, die die Stadt nachhaltig erschütterte.
Der vierte Band umfasst 252 Seiten mit neun wissenschaftlichen Aufsätzen und beleuchtet wichtige Themen wie die kommunale NS-Politik und die Entnazifizierung. Autoren wie Michael Kitzmantel und Karin Bachschweller – beide als herausragende Historiker bekannt – haben dazu beigetragen, die dunklen Kapitel von Wels zu dokumentieren. Bachschweller widmet sich dabei den Biographien von NS-Hauptakteuren wie Leo Sturma und Josef Schuller. Bürgermeister Andreas Rabl hat die Bedeutung dieser Aufarbeitung hervorgehoben, um Verantwortung zu übernehmen. Und Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Korrektur von Mythen über die NS-Zeit.
Ein Abschied, der bleibt
Die Verabschiedung und Urnenbeisetzung von Günter Kalliauer findet am Montag, 13. Juli 2026, um 9 Uhr am Friedhof Wels statt. In Gedanken an all das, was er für die Stadt getan hat und für die vielen Menschen, die von ihm gelernt haben, wird dieser Tag sicher ein emotionaler Abschied. Sein Wirken bleibt jedoch unvergessen, denn er hat nicht nur die Geschichte Wels’ dokumentiert, sondern auch das Bewusstsein dafür geschärft, wie wichtig es ist, unsere Vergangenheit zu kennen und Lehren daraus zu ziehen.
Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unser Website-System erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – von semantisch korrektem Markup über ausreichende Kontraste bis zur vollständigen Tastaturbedienbarkeit. Umgesetzt wurde dies durch Daniel Wom / VeloCore mit einem durchgängig barrierefreien Ansatz.
