Am 7. Juli 2026 war es wieder so weit: Im Herzen von Vöcklabruck, genauer gesagt in der HTL Vöcklabruck, fand ein ganz besonderes Repair Café statt. Ein Treffen, bei dem nicht nur kaputte Geräte, sondern auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit repariert werden sollte. Mit einem fröhlichen Motto „Reparieren statt wegwerfen“ traten 10 Schülerinnen und 2 Lehrerinnen der „Don Bosco Schule BAfEP“ an, um gemeinsam mit den Schülern und Lehrern der HTL an defekten Unterhaltungselektronik-Geräten, Haushaltsgeräten, Smartphones und Kleingeräten zu tüfteln. Hier wurde nicht nur geschraubt und geflickt, sondern auch viel gelernt.

Die Atmosphäre war eine Mischung aus Konzentration, Spannung und – ganz wichtig – Freude. Man konnte die Begeisterung förmlich spüren, als die Schülerinnen unter fachkundiger Anleitung von engagierten Helfern die Herausforderungen annahmen. Ein Vorstandsmitglied vom OTELO Vöcklabruck stellte die Arbeit im Verein und die Grundlagen eines Repair Cafés vor – eine wertvolle Lektion, die die jungen Menschen sicher nicht so schnell vergessen werden. Die Erfolgsquote war beachtlich: etwa 45 Prozent der mitgebrachten Dinge konnten repariert werden. Das zeigt, dass es sich lohnt, einen Blick auf das vermeintlich „Unbrauchbare“ zu werfen.

Ein Lichtblick in der Wegwerfkultur

Repair Cafés sind offene Treffen zur gemeinsamen Reparatur defekter Gegenstände. Hier wird das Wissen weitergegeben, und das in einer geselligen, stressfreien Atmosphäre. Die Idee stammt aus den Niederlanden, wo Martine Postma 2009 das erste Repair Café ins Leben rief. Seither hat sich das Format weltweit verbreitet und hilft, Dinge vor dem Wegwerfen zu bewahren. In Vöcklabruck ist es nicht anders. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Schulprojektwochen statt, und die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchweg positiv. Viele betonten die Wichtigkeit des selbstständigen Tuns und die Lernmöglichkeiten, die sich beim Reparieren bieten.

Die Teilnehmer sollten alles Notwendige zum Testen der Geräte mitbringen – von der Bedienungsanleitung über das Stromkabel bis hin zu den Tonträgern. Denn hier wird nicht einfach nur geschraubt, sondern man arbeitet zusammen, tauscht sich aus und lernt voneinander. Das ist der wahre Kern von Repair Cafés: Hilfe zur Selbsthilfe. Es ist wichtig zu wissen, dass die Reparaturen nicht kostenlos sind, aber auch nicht gegen Geld. Hier geht es um die Erfahrung und das Miteinander. Gewährleistung für die Reparaturen wird übrigens nicht übernommen – man muss also selbst ein wenig Risiko eingehen.

Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Die Veranstaltung war nicht nur eine praktische Hilfe, sondern auch ein starkes Zeichen gegen die Wegwerfkultur, die in unserer Gesellschaft oft vorherrscht. Viele Gegenstände, die einfach nur einen kleinen Defekt aufweisen, landen viel zu oft im Müll. Das ist schade, denn oft könnte man sie mit ein wenig Geschick und Wissen einfach reparieren. Die Länger-Nutzbarkeit von Gegenständen reduziert Abfall und schont Ressourcen. Und das ist nicht nur gut für die Geldbörse, sondern auch für unseren Planeten.

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Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Das nächste öffentliche Repair Café in Vöcklabruck findet am Freitag, den 13. November 2026, von 14 bis 17 Uhr im Offenen Kulturhaus / OKH statt. Organisiert wird die Veranstaltung wieder vom Verein OTELO. Freiwillige Helfer sind jederzeit willkommen, egal ob sie technische oder organisatorische Unterstützung bieten möchten. Und falls du Fragen hast, kannst du dich an Franz Winter wenden – ganz einfach telefonisch unter 0664 / 432 98 52 oder per E-Mail an franz.winter1@aon.at.

Repair Cafés sind ein Lichtblick in einer Zeit, in der wir oft dazu neigen, das Neue dem Alten vorzuziehen. Sie fördern nicht nur Nachhaltigkeit und klimaschonendes Wirtschaften, sondern zeigen auch, dass Reparieren Spaß macht und einfach sein kann. Vielleicht ist das der Ansatz, den wir alle brauchen, um unsere Einstellung zur Wegwerfkultur zu überdenken. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja das nächste große Reparaturwunder genau in Vöcklabruck!

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