Im Bezirk Rohrbach ist das Thema Textilabfall aktueller denn je. Eine alarmierende Zahl von 268 Tonnen Textilabfall wanderte hier im vergangenen Jahr in den Müll. Das sind etwa 75% des gesamten Textilmülls, der in Österreich entsteht. Man könnte sagen, da läuft was schief! Der Rest landet meist in der grauen Tonne, obwohl wir doch wissen, dass wir besser daran tun, unsere Textilien zu recyceln oder wiederzuverwenden.

Besonders aktiv in dieser Thematik sind das Textile Zentrum Haslach und der Bezirksabfallverband. Sie setzen sich für Kreislaufwirtschaft und Wiederverwertung von Textilabfällen ein. Seit über 25 Jahren werden Textilien in regionalen Abfallsammelzentren gesammelt – eine gute Sache, zumindest auf dem Papier. Aber, und das ist das große Aber, die Qualität der gesammelten Stücke hat in letzter Zeit stark nachgelassen. Der Grund? Der Trend zu Billigware. Kaum gekauft, ist das gute Stück schon wieder im Müll. Dabei ist die Menge an abgegebenem Textilmüll konstant geblieben.

Textilabfälle und ihre Verarbeitung

Die gesammelten Textilien landen nicht einfach irgendwo, sondern werden von der LAVU an Sortierbetriebe in Italien und Europa weitergegeben. Dort werden sie für die Wiederverwendung aufbereitet. Ein kleiner Teil findet sogar den Weg in Secondhandshops. Aber was mit dem Rest geschieht, der nicht mehr verwertbar ist? Ehrlich gesagt, der wird verbrannt. Das ist nicht nur traurig, sondern auch ein Zeichen dafür, dass wir dringend umdenken müssen.

Joanna Czekajlo, eine engagierte Textilkünstlerin, hat sich in ihrer Masterarbeit intensiv mit der Problematik von Textilabfällen in Österreich beschäftigt und eine Datenbank erstellt, die die Mengen anfallender Textilabfälle dokumentiert. Christina Leitner, die wissenschaftliche Leiterin des Textilen Zentrums Haslach, arbeitet im Rahmen des EU-Interreg-Projekts Symcraft an nachhaltigen Lösungen. Das Sommerthema „Textilabfall neu denken“ beim Symposium Textile Kultur Haslach beleuchtet die Herausforderungen, die uns die Überproduktion und Fast Fashion bescheren. Es klingt fast wie eine Aufforderung an uns alle, den eigenen Konsum zu reflektieren!

Empfehlungen für eine bessere Textilwirtschaft

Die Abfallberaterin Lisa Oberpeilsteiner empfiehlt, gut erhaltene Alt-Kleidungsstücke bei ReVital-Shops der Volkshilfe abzugeben. Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen wird Textilmüll vermieden und zum anderen fließen die Erlöse in den Ausbau der ASZ-Infrastruktur, was der Region zugutekommt. Zudem werden Tauschbörsen und -märkte als wertvolle Initiative zur Müllvermeidung angepriesen. Ein Tausch, der für alle Seiten sinnvoll ist!

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Mit Blick über die Grenze nach Deutschland: Ab dem 1. Januar 2025 müssen Textilien getrennt vom Restmüll entsorgt werden, gemäß einer neuen EU-Richtlinie. Das bedeutet, dass wir uns alle anstrengen müssen, um diese neuen Vorschriften zu befolgen. Im Jahr 2023 wurden dort rund 175.000 Tonnen Textil- und Bekleidungsabfälle von privaten Haushalten eingesammelt. Das sind etwa 2 Kilogramm pro Kopf! Ein Anstieg von 55 % im Vergleich zu 2013. Das zeigt, dass das Problem nicht nur uns betrifft, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist.

In der EU fielen 2022 insgesamt 910.000 Tonnen Textilabfälle an, wovon Deutschland 16 % beisteuerte. Die Zahlen sind alarmierend und verdeutlichen, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, um diesen Trend zu stoppen. Schließlich sollte es nicht sein, dass unsere Kleidung nach kurzer Zeit im Müll landet. Qualitätsbewusster Einkauf und bewusster Umgang mit Textilien sind der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft.

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