Im Kosmos-Theater wird es bald richtig spannend: Michèle Rohrbach, eine faszinierende Theatermacherin, bringt den Anti-Heimatroman „Fretten“ von Helena Adler auf die Bühne. Diese beeindruckende Adaption, die bis zum 27. Mai 2026 zu sehen sein wird, erzählt von einer Landjugend, die zwischen Schlachthöfen und Drogenexzessen lebt. Das Stück ist nicht nur in deutscher Lautsprache, sondern auch in österreichischer Gebärdensprache aufgeführt, was es besonders inklusiv macht. Ein großer Pluspunkt, denn zwei Mitglieder des Teams sind gehörlos und die visuelle Darstellung spielt eine zentrale Rolle.

Die Autorin Helena Adler, geboren in Salzburg, hat mit „Die Infantin trägt den Scheitel links“ bereits 2020 für Aufsehen gesorgt. Ihre Fortsetzung „Fretten“ thematisiert das Aufwachsen im Salzburger Umland und den verzweifelten Versuch, der Provinz zu entfliehen. Das Dialektwort „fretten“ beschreibt das mühevolle Leben der Protagonistin und ihrer Umgebung – eine Realität, die viele junge Frauen in ländlichen Regionen kennen. Im Roman schließt sich die Hauptfigur kriminellen Banden an, die Dörfer plündern und Drogen schmuggeln. Ein düsteres Bild, das Adler mit klarer, zielgerichteter Wut und einem Hauch von Galgenhumor zeichnet.

Ein kreatives Kollektiv

Rohrbach ist Teil des Kollektivs makemake produktionen, das 2011 gegründet wurde. Gemeinsam mit Sara Ostertag, die mittlerweile aus der Gruppe ausgeschieden ist, hat sie eine Plattform geschaffen, die sich nicht scheut, auch schwierige Themen auf die Bühne zu bringen. Bei „Fretten“ wird die überbordende Ästhetik des Kollektivs besonders sichtbar. Das Team besteht aus sechs leidenschaftlichen Mitgliedern, die mit viel Energie und Kreativität in die Proben investieren. Rohrbach selbst gilt als „Arbeiterin“ im Theaterbetrieb, die auch schon in verschiedenen Stücken wie „Die Milchfrau“ und „Iwein“ mitgewirkt hat. Ihre Clownsausbildung verleiht ihr eine komödiantische Note, die sie in ihren Rollen perfekt zur Geltung bringt.

Die Bedeutung des Theaters für junge Zuschauer liegt Rohrbach am Herzen. Sie sieht sich als erste Theatererfahrung für viele Kinder und möchte ihnen die Welt des Theaters näherbringen. „Fretten“ bietet dabei nicht nur Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken an. Das Aufeinandertreffen von verschiedenen Lebensrealitäten, gepaart mit dem authentischen Dialekt und den drückenden Themen, macht die Aufführung zu einem Erlebnis, das lange nachwirkt.

Inklusion auf der Bühne

Inklusion spielt in der Theaterwelt eine immer größere Rolle. Sie zeigt sich nicht nur in der Verwendung der Gebärdensprache, sondern auch in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen. Ein Beispiel dafür ist die Aufführung an einer Förderschule in Bad Camberg, wo Schüler mit und ohne Hörschädigung gemeinsam ein Stück auf die Bühne bringen. Solche Projekte fördern den Zusammenhalt und das Selbstbewusstsein der Teilnehmer und zeigen, dass Theater eine universelle Sprache spricht.

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Mit „Fretten“ und den kreativen Ansätzen von Michèle Rohrbach wird das Kosmos-Theater zu einem Ort, an dem Geschichten erzählt werden, die berühren und zum Nachdenken anregen. Ein Ort, an dem Theater keine Grenzen kennt – das ist die Zukunft, die wir uns wünschen.