In Lanzerstorf bei Rohrbach wurde ein ganz besonderer Biobauer geehrt: Augustin Steyrl, der für seine langjährige Treue zum Unabhängigen Bauernverband (UBV) ausgezeichnet wurde. Diese Ehrung wurde von UBV-Landesobmann Karl Keplinger und Organisationsreferent Johann Großpötzl überreicht. Seit 1991 ist Steyrl nicht nur als Mitglied aktiv, sondern hat auch als UBV-Landwirtschaftskammerrat und in zahlreichen Fachausschüssen der Landwirtschaftskammer seinen wertvollen Beitrag geleistet.
Der Bio-Betrieb von Steyrl wird seit rund 50 Jahren biologisch bewirtschaftet und hat sich auf Ackerbau mit Ölsaaten und Getreide spezialisiert. Er gilt als Pionier der Milchdirektvermarktung und hat über 30 Jahre in der Gemeindepolitik, unter anderem als Stadtrat der ÖVP in Rohrbach, aktiv mitgewirkt. Doch trotz all dieser Erfolge hegt er Bedenken zur Entwicklung der Landwirtschaft und der Realität der Industrialisierung, die auch in seiner Region spürbar ist.
Ein Vorreiter der biologischen Landwirtschaft
Die ökologische Landwirtschaft, in der Steyrl tätig ist, hat sich seit den 1920er Jahren entwickelt und ist mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil des europäischen Agrarsektors. Die Europäische Kommission reguliert die ökologische Erzeugung seit 1991, um einen fairen Wettbewerb für Landwirte zu gewährleisten und das Vertrauen der Verbraucher in ökologische Produkte zu stärken. Ab dem 1. Januar 2022 gilt die Verordnung (EU) 2018/848, die strenge Richtlinien für die biologische Produktion und Kennzeichnung festlegt.
Ökologische Landwirtschaft verzichtet auf synthetisch hergestellte Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Gentechnik. Bio-Lebensmittel dürfen keine Geschmacksverstärker, künstlichen Aromen oder Konservierungsstoffe enthalten und müssen mit dem EU-Bio-Siegel gekennzeichnet sein. Diese Richtlinien fördern nicht nur die Umwelt, sondern auch die Bodenfruchtbarkeit und hohe Tierschutzstandards. Studien zeigen, dass Bio-Lebensmittel oft weniger Rückstände aufweisen und eine höhere Qualität haben, weil Biobauern auf geringere Schadstoffbelastung achten.
Die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft
Trotz der vielen positiven Aspekte der biologischen Landwirtschaft sieht Steyrl auch die Herausforderungen, die mit der Industrialisierung einhergehen. Die Entwicklung in der Landwirtschaft steht oft im Widerspruch zu den Zielen der ökologischen Landwirtschaft, die eine nachhaltige und umweltfreundliche Produktion anstrebt. In Österreich beispielsweise waren im Jahr 2021 bereits 26,5% der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet, was zeigt, dass der Trend zur ökologischen Landwirtschaft stark im Kommen ist.
Augustin Steyrl ist mit seinem Engagement ein leuchtendes Beispiel für die Werte der ökologischen Landwirtschaft. Seine langjährige Mitgliedschaft im UBV und sein unermüdlicher Einsatz in der Gemeindepolitik sind ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, lokale Landwirtschaft und nachhaltige Praktiken zu unterstützen. Während er die Herausforderungen erkennt, bleibt sein Fokus auf der Zukunft der Landwirtschaft und der Notwendigkeit, die Balance zwischen Tradition und Innovation zu wahren.