Im Bezirk Rohrbach dreht sich alles um die Landwirtschaft und das Lernen mit allen Sinnen! Fünf innovative „Schule am Bauernhof“-Betriebe haben ihre Tore geöffnet, um Kindern und Jugendlichen einen praktischen Einblick in das bunte Leben auf dem Land zu bieten. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch der respektvolle Umgang mit Tieren und die Bedeutung von heimischen Lebensmitteln erlebbar gemacht.
Ingrid Eckerstorfer und ihr Mann Martin führen den Biohof Kreuzeder in St. Martin. Seit Mitte 2025 sind sie Teil des Bildungsprogramms „Schule am Bauernhof“. Auf ihrem Hof vermarkten sie nicht nur köstliches Bio Puten- und Rindfleisch, sondern auch Eier, Erdäpfel und Sonnenblumenöl. Hier dürfen die Kinder beim Erdäpfel-Klauben selbst Hand anlegen und lernen so den Wert heimischer Lebensmittel kennen. Eckerstorfer legt großen Wert darauf, den Kindern den respektvollen Umgang mit Tieren beizubringen und ihnen Verhaltensregeln am Hof zu vermitteln.
Vielfältige Lernmöglichkeiten auf dem Bauernhof
Auch andere Betriebe im Bezirk haben spannende Angebote zu bieten. Der Biohof Bamreither in Helfenberg ist ein Paradies für junge Entdecker. Hier dreht sich alles um die Bio-Imkerei und Schafhaltung – inklusive einem informativen Bienenlehrpfad und einem Schaubienenstock. Simone Draxler, die Betreiberin, hebt hervor, wie wichtig der Kontakt zu Tieren für die Wissensvermittlung ist. Hier dürfen die Kinder hautnah erleben, wie die Natur funktioniert.
Der Vollerwerbsbetrieb von Harald und Barbara Eisner in Aigen-Schlägl bringt den jungen Besuchern die Milchproduktion näher. Die Kids dürfen Kälber streicheln, Butter schütteln und an einer „Kuh“ melken – ein unvergessliches Erlebnis! Der Biohof Steyrl in Rohrbach-Berg legt den Fokus auf Getreide und Müsli, wo die Kinder auf 16 Hektar Ackerfläche Dinkel, Roggen, Hafer, Buchweizen, Lein und Hanf erkunden können. Hier können sie Körner und Samen für ihre eigenen Müsli-Kreationen verarbeiten.
Familie Neßlböck in Kollerschlag bietet zudem die Möglichkeit, Wissen über das Leben der Kühe zu erlangen und selbst an einem Gummieuter zu melken. Andrea Hintenberger von der BBK Rohrbach betont den enormen Bildungswert dieser Angebote für Schüler, die sich mit einem geringen Aufwand für die Pädagogen umsetzen lassen.
Nachhaltiges Lernen und soziale Kompetenzen
Bauernhöfe sind nicht nur lehrreiche Orte für Kinder, sondern auch für Erwachsene, Senioren und sogar Demenzerkrankte. Die Bauernhofpädagogik versucht, den Bezug zur Landwirtschaft wiederherzustellen. Viele Kinder kennen Nutz- und Haustiere nur von Bildern und wissen oft nicht, wie Lebensmittel produziert werden. Hier setzt die Bauernhofpädagogik an: Sie bietet nachhaltiges Lernen durch direkte Sinneserfahrungen, wo Kinder Verantwortung im Umgang mit Tieren lernen und gleichzeitig soziale Fähigkeiten durch die Zusammenarbeit mit anderen Kindern entwickeln.
Die Angebote von Schulbauernhöfen sind vielfältig und reichen von Hofführungen über Projekte bis hin zu mehrtägigen Aufenthalten. Sie sind auf unterschiedliche Schularten und Klassenstufen angepasst und folgen dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Schülerinnen und Schüler erwerben dabei wichtige Gestaltungskompetenzen in ökologischen, ökonomischen und sozial-kulturellen Bereichen.
Wer mehr über die Bildungsangebote der Betriebe erfahren möchte, ist auf der Website schuleambauernhof.at genau richtig. Hier findet man alles Wissenswerte über die teilnehmenden Höfe und die Möglichkeiten, die sich für Schulen und Gruppen bieten.