Heute ist der 13.05.2026 und ich sitze hier in Ried im Innkreis, um über ein Thema zu schreiben, das uns alle angeht: den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Wer hätte gedacht, dass wir einmal über extreme Wetterlagen, Dürreperioden und den Anbau von Soja reden würden? Doch genau das ist der Fall, und es ist höchste Zeit, dass wir uns damit auseinandersetzen. Die Herausforderungen sind groß, aber auch die Chancen, die sich daraus ergeben.
Eine Pressereise, organisiert von der Landwirtschaftskammer, brachte zahlreiche Journalisten, Züchter und wichtige Persönlichkeiten zusammen, wie den Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Franz Waldenberger, und den Kammerdirektor Karl Dietachmair. Die erste Station führte uns zur Saatzucht Donau in Reichersberg, einem Tochterunternehmen von Saatbau Linz und Probstdorfer Saatzucht. Hier wird mit viel Engagement an Europas erfolgreichstem Sojazuchtprogramm gearbeitet. Ziemlich beeindruckend, oder? Vor dem EU-Beitritt lag der Fokus noch auf Weizen, aber die Zeiten ändern sich – und das mussten auch die heimischen Landwirte erkennen.
Soja als Antwort auf den Klimawandel
Soja hat sich als wahres Multitalent entpuppt. Es verträgt Hitze und ist stressresistent – Eigenschaften, die bei den zunehmend extremeren Wetterbedingungen von immenser Bedeutung sind. In Oberösterreich liegt der durchschnittliche Ertrag bei 3,5 Tonnen pro Hektar. Das ist nicht nur wichtig für die Ernährungssicherheit, sondern auch für die heimische Landwirtschaft. Die Zuchtzyklen wurden beschleunigt, sodass die Registrierung neuer Sorten nun nur noch 5-7 Jahre dauert. Jährlich werden 10 bis 15 neue Sojasorten angemeldet, von denen etwa die Hälfte nach der Sortenwertprüfung bestehen bleibt.
Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Extreme Wetterereignisse, wie Hitze, Dürre oder Starkregen, nehmen zu. Wetterexperten sind sich einig: Der Klimawandel ist die Ursache. Trockenphasen werden im Sommer häufiger, während wir im Winter mit mehr Niederschlägen rechnen müssen. Das verschiebt das Anbauspektrum – Pflanzen wie Apfelbäume und Raps blühen mittlerweile bis zu 20 Tage früher als noch vor 50 Jahren. Das hat seine Vorteile – mehrfache Ernten sind möglich, und gerade der Mais erntet in nördlichen Gebieten höhere Erträge. Aber die Kehrseite der Medaille? Frühere Blüten können anfälliger für Spätfröste sein, und mildere Winter fördern Schädlinge und Krankheiten.
Die Rolle der Landwirtschaftskammer
Die Landwirtschaftskammer spielt eine zentrale Rolle in der Anpassung an diese neuen Gegebenheiten. Sie bietet Unterstützung und Beratung, um den Betrieben zu helfen, die Risiken des Klimawandels besser zu managen. Frostschutzvorkehrungen, Hagelschutznetze und Bewässerungsanlagen sind nur einige der Maßnahmen, die ergriffen werden. Das Ziel ist klar: Die Landwirtschaft in Österreich soll resilienter gegenüber klimabedingten Herausforderungen werden.
Doch nicht nur Pflanzen sind betroffen. Auch die Tierhaltung leidet unter den steigenden Temperaturen. Kühe, zum Beispiel, sind besonders anfällig für Hitzestress. Die Gesundheit der Tiere ist entscheidend für die Produktivität und das Wohl der Betriebe. Hier gilt es, neue Strategien zu entwickeln, um die Tiergesundheit zu sichern.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Der Dialog über Klimarisiken und -chancen hat gerade erst begonnen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft werden in den nächsten Jahrzehnten zunehmen. Die Bäuerinnen und Bauern müssen sich anpassen, neue Pflanzenarten anbauen und innovative Anbaumethoden entwickeln. Der Einsatz von wassereffizienter Bodenbearbeitung und standortangepassten Sorten ist entscheidend. Auch die Diversifizierung der Landwirtschaft kann helfen, Risiken zu minimieren und die Betriebe zukunftssicher zu machen.
Es ist wichtig, dass wir uns nicht nur auf die Herausforderungen konzentrieren, sondern auch die Chancen sehen. Der Klimawandel zwingt uns, kreativ zu denken und neue Wege zu gehen. Die Landwirtschaft steht vor einem Wandel, und es liegt an uns allen, diesen aktiv mitzugestalten. In diesem Sinne bleibt nur zu hoffen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen – für die Zukunft unserer Böden, Pflanzen und Tiere.