Am Bahnhof Perg, im Herzen Oberösterreichs, hat sich ein ganz besonderes Naturspektakel entfaltet. Die ersten Jungstörche des Jahres 2026 sind geschlüpft! Und nicht nur das – sie sind die ersten Küken, die in ganz Österreich das Licht der Welt erblickt haben. Das Storchenpaar hat sich für den imposanten 26 Meter hohen ÖBB-Funkmast als Nistplatz entschieden und erfreut sich dort seit sechs Jahren bester Gesundheit.
Der Funkmast ist nicht nur ein technisches Wunderwerk, sondern auch ein idealer Lebensraum für die eleganten Vögel. Störche brauchen nämlich hohe Landeplätze mit freier Sicht, und was könnte da besser geeignet sein als so ein Mast? Um das Nest und die technische Infrastruktur zu schützen, hat die ÖBB gemeinsam mit Naturschutzorganisationen und Behörden einige Maßnahmen umgesetzt. Eine speziell angefertigte Plattform wurde auf dem Funkmast montiert, die das Nest stabilisiert und gleichzeitig einen Schutz vor Verunreinigung bietet.
Ein Nest voller Leben
Die Vorbereitungen für die Brutsaison waren bereits im März 2023 in vollem Gange. Vom 2. bis zum 19. März wurde das Nest behutsam mit einem Autokran herabgehoben, die Antennen demontiert, die Plattform montiert und die Antennen anschließend wieder angebracht. Dabei wurde das Nest sicher auf der neuen Plattform verankert – ein ganz schöner Aufwand, aber es hat sich gelohnt! Die Küken sind mittlerweile geschlüpft, und das erste Lebensmonat verbringen sie unter strenger Aufsicht eines Elternteils.
Auf einer speziellen Online-Plattform können Interessierte das bunte Treiben im Storchennest beobachten. Die ÖBB-Storchenkamera zeigt nicht nur die Aktivitäten während der Brutzeit, sondern auch die aufregenden Momente der Aufzucht. Und wie spannend ist das: Alle sechs Küken sind wohlauf und üben fleißig das Fliegen, während sie noch einige Zeit bei ihren Eltern verweilen.
Ein Blick in die Zukunft der Störche
Die Jungstörche werden im Laufe der Zeit immer selbständiger. Nach etwa zwei Monaten sind sie flügge, trennen sich aber erst mit etwa zweieinhalb Monaten von ihren Eltern. Von da an beginnt für sie das große Abenteuer, und sie schließen sich Anfang August den Zugbewegungen Richtung Süden an. Die Elterntiere hingegen bleiben oft über den Winter hier in Österreich, was für die Region eine besondere Attraktion darstellt. Immerhin können Störche über 20 Jahre alt werden!
In ganz Österreich erfreuen sich die Störche einer positiven Bestandsentwicklung. In den letzten Jahren gab es einen Anstieg der Brutpaare, und die Bruterfolge sind vielversprechend. Besonders in Ostösterreich zeigt sich eine zunehmende Anzahl von Störchen, die nach Südosten ziehen. Doch nicht nur das – auch westösterreichische Störche suchen sich ihre Wege nach Südwesten oder entscheiden sich, in Österreich zu überwintern. Ein Zeichen dafür, dass diese majestätischen Vögel in unserer Region bestens gedeihen können.
So bleibt zu hoffen, dass die Küken in Perg weiterhin gesund aufwachsen und eines Tages selbst den weiten Weg in den Süden antreten werden. Vielleicht sehen wir sie ja bald wieder in den Lüften über Perg kreisen!