Am 5. Mai 2026 ist ein großer Mensch von uns gegangen: Prof. Peter Hans Dimmel, der gehörlose Bildhauer, der mit seinen Werken und seinem unermüdlichen Engagement für die Rechte gehörloser Menschen Geschichte schrieb. Mit 98 Jahren hinterlässt er nicht nur ein beeindruckendes künstlerisches Erbe, sondern auch eine Lücke im Herzen vieler, die ihn kannten und schätzten. Seine Kunst prägte die Kirchenräume und kirchlichen Gebäude in der Diözese Linz von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre hinein und ist bis heute ein Teil der spirituellen Landschaft Oberösterreichs.

Bischof Manfred Scheuer äußerte sich tief betroffen über Dimmels Tod und würdigte den Einfluss, den dieser außergewöhnliche Künstler auf die liturgische Ausstattung der Region hatte. Dimmels Werke, darunter Taufsteindeckel, Kerzenständer und Tabernakel aus Bronze, sind nicht nur kunstvoll, sondern auch stark mit der Identität der gehörlosen Gemeinschaft verbunden. Für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Solidaritätspreis der Kirchenzeitung, die Humanitätsmedaille des Landes OÖ im Jahr 2000 und die Ehrenamt-Auszeichnung des Landes Oberösterreich im Jahr 2001. Diese Ehrungen sind ein kleiner Ausdruck des großen Respekts, den er sich verdient hat.

Ein Leben für die Gehörlosen

Peter Dimmel wurde in eine kreative Familie hineingeboren. Sein Vater, der Maler Herbert Dimmel, unterrichtete ihn nach seiner Erkrankung an schwerer Meningitis, die ihm den Hörsinn nahm, zunächst zu Hause in Laut- und Gebärdensprache. Das war der Grundstein für eine bemerkenswerte Laufbahn. Seine Schulzeit verbrachte Dimmel an der Döblingerschule in Wien, einer Eliteschule für Gehörlose, die ihm die Möglichkeit gab, seine Talente weiterzuentwickeln. Später studierte er an der Universität für angewandte Kunst Wien und arbeitete als Keramiker. Von 1964 bis 2000 hatte er ein eigenes Atelier in Leonding, wo er seine Ideen in die Tat umsetzte.

Über die Jahre hinweg setzte sich Dimmel nicht nur für die Kunst, sondern auch für die Rechte der gehörlosen Menschen ein. Als Präsident des Österreichischen Gehörlosenbundes von 1985 bis 1997 und später als Ehrenpräsident des Landesverbandes der Gehörlosenvereine in Oberösterreich hat er viel bewirkt. Ein besonders bedeutender Erfolg war die Verankerung der Österreichischen Gebärdensprache in der oberösterreichischen Landesverfassung im Jahr 2001 und der österreichischen Bundesverfassung im Jahr 2005. Ein echter Meilenstein, der die Sichtbarkeit und Anerkennung der gehörlosen Gemeinschaft förderte.

Ein Vermächtnis der Hoffnung

Ein weiterer Höhepunkt in Dimmels Leben war die Organisation des Weltkongresses der Gehörlosen in Wien im Jahr 1995. Ein Event, das nicht nur eine Plattform für den Austausch, sondern auch ein Zeichen für die Stärke und den Zusammenhalt der Gehörlosengemeinschaft darstellte. Die Geschichte der Gehörlosen zeigt, wie wichtig solche Stimmen sind. In der Antike und bis zur Neuzeit wurden gehörlose Menschen oft als nicht bildungsfähig angesehen. Doch Dimmels Leben und Werk beweisen das Gegenteil: Gehörlose können alles – außer hören.

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Seine Verabschiedung wird am 27. Mai um 11.30 Uhr in der Pfarrkirche Linz-St. Konrad stattfinden. Ein Abschied, der sowohl Trauer als auch Dankbarkeit für ein Leben voller Engagement und Kreativität mit sich bringt. Es ist eine Einladung, innezuhalten und die Errungenschaften eines Mannes zu würdigen, der sich selbst und anderen Gehörlosen Gehör verschaffte. Dimmels Kunst wird weiterleben, seine Visionen werden nicht vergessen. Ein leiser, aber kraftvoller Widerhall seiner Lebensmission bleibt in den Herzen der Menschen, die seine Werke schätzen und seiner Botschaft folgen.

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