Wenn die Sommerferien vor der Tür stehen, dann ist das für viele die Zeit der Reiseplanung. Doch bevor man in das Abenteuer aufbricht, sollte man sich Gedanken um die Sicherheit machen – und dazu gehören auch die Kreditkarten. Viele Kreditkarten bieten nämlich Reiseversicherungsleistungen an, die im Ernstfall einen echten Schutz bieten können. Was da alles drinsteckt, hat die Arbeiterkammer Oberösterreich geprüft. Und es gibt einiges zu beachten.

Die Jahresgebühren für Kreditkarten können zwischen 74,90 und 185 Euro schwanken. Das ist nicht gerade ein Schnäppchen, aber was bekommt man dafür? Die AK Oberösterreich hat sich die Reiseversicherungen von American Express, Diners Club, Card Complete und PayLife genauer angeschaut. Im Fokus standen Themen wie Reisestorno, Reiseabbruch oder medizinische Behandlungen. Wenn man mit der Kreditkarte gezahlt hat, ist man in der Regel auch versichert, aber die Bedingungen sind oft ganz unterschiedlich.

Was wird abgedeckt?

Der Versicherungsschutz gilt weltweit für Reisen bis zu 90 Tagen. Die Karte muss in den letzten 2–3 Monaten genutzt worden sein, und oft muss man einen Teil der Reise mit der Kreditkarte bezahlt haben. Bei Reisestorno sind die Versicherungssummen für Pauschalreisen zwischen 1.500 und 3.000 Euro, bei Individualreisen zwischen 1.250 und 3.000 Euro. Allerdings, und das ist wichtig: Meistens gibt es einen Selbstbehalt von 20 Prozent, außer bei American Express und PayLife, wenn die Zahlung auch mit der Karte erfolgt ist.

Beim Reiseabbruch sieht die Sache etwas anders aus. PayLife und Diners Club decken nur zusätzliche Rückreisekosten ab, wobei die Diners Club maximal 1.500 Euro übernimmt. American Express hingegen bietet bis zu 3.000 Euro inklusive ungenutzter Leistungen. Der Clou: Card Complete bietet hier gar keinen Schutz. Zudem gibt es oft Ausschlüsse bei bestehenden Vorerkrankungen oder psychischen Problemen, was man nicht vergessen sollte, bevor man die Karte zückt.

Tipps für den Schadensfall

Falls mal etwas schiefgeht, ist es wichtig, schnell zu handeln. Informiert sofort den Reiseanbieter bei einer Stornierung und nehmt die Notrufnummer der Versicherung gleich mit auf die Reise. Die Organisation von Kranken- und Heimtransport sollte man der Versicherung überlassen. Und vergiss nicht, alle Rechnungen und Beweise gut aufzubewahren und zeitnah einzureichen – das kann dir im Ernstfall viel Kopfzerbrechen ersparen!

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Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird: Die Girocard hat keine Versicherung. Wenn man also im Urlaub die Karte verliert und kein Bargeld mehr hat, kann die Reise-Service- und Notruf-Versicherung helfen. Über eine zentrale Rufnummer kann man Kontakt zur Bank aufnehmen, um den benötigten Betrag zu erhalten. Das ist in kritischen Momenten Gold wert.

Wann macht eine zusätzliche Reiseversicherung Sinn?

Das Thema Reiseversicherung ist ein vielschichtiges Feld. Oft reicht der Schutz der Kreditkarte nicht aus. Wer mit der Familie reist, sollte wissen, dass nicht alle Kreditkarten eine Familienversicherung anbieten. Bei Premium-Karten sind oft die Ehepartner und minderjährigen Kinder mitversichert, während Standard-Karten meist nur den Karteninhaber selbst abdecken. Das ist ein wichtiger Punkt, den man vor der Reise abklären sollte.

Wer länger als 90 Tage unterwegs ist oder bereits Vorerkrankungen hat, sollte über eine separate Reiseversicherung nachdenken. Auch bei sehr teuren Reisen kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche Police abzuschließen, wenn die Deckungssumme der Kreditkarte nicht ausreicht. Und nicht zu vergessen: Pandemie-Schutz ist heutzutage ein heißes Eisen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich über spezielle COVID-Versicherungen informieren.

In einem sich ständig verändernden Überblick über Versicherungsbedingungen und Ausschlüsse, insbesondere nach 2020, ist es ratsam, sich vorab genau zu informieren. So bleibt man nicht nur auf der sicheren Seite, sondern kann auch die wohlverdiente Auszeit in vollen Zügen genießen, ohne sich ständig Sorgen machen zu müssen. Das Leben ist schließlich zu kurz für unnötigen Stress, oder?