Heute ist ein Tag, an dem die Kunstszene in Gmunden einen besonderen Höhepunkt erlebt. Im K-Hof Museum öffnete die Ausstellung „Leave The Future Behind“ ihre Pforten und entführt die Besucher in die faszinierende, aber auch unheimliche Welt des Marcus Füreder, besser bekannt als Parov Stelar. Die 38 großformatigen Gemälde, die zwischen 2023 und 2025 entstanden sind, versprechen nicht nur visuelle Reize, sondern auch tiefgründige Themen.

Ein Blick auf die Werke zeigt, dass Stelar, der als Pionier des Electroswing bekannt ist, weit mehr als nur ein Musiker ist. Klaus Albrecht Schröder, ehemaliger Chef der Albertina, lobt Stelar als „Doppelbegabung“ in Musik und bildender Kunst. Vor der Ausstellung war Schröder etwas skeptisch – schließlich versuchen viele Musiker, ihre Kunst auszustellen, oft ohne den nötigen Ernst. Doch die Ernsthaftigkeit und Stimmigkeit von Stelars zeitgenössischer Kunst überraschte ihn dann doch.

Einblicke in die Werke

Die Kunstwerke selbst sind keine leichte Kost. Sie thematisieren den Verlust der Kommunikation des Menschen in einer Welt, die zunehmend von Technologie und Isolation geprägt ist. Werke wie „Wortkarg I“ und „Wortkarg II“ zeigen Frauen, deren Münder von Insekten verdeckt sind, und werfen Fragen zu Schweigen und Unterdrückung auf. „Missing Link“ zeigt ein Mädchen vor einem Spiegel, der ihr eigenes Spiegelbild nicht reflektiert – eine verstörende Metapher für die Suche nach Identität in einer Zeit der Entfremdung.

Die unheimliche Stimmung wird durch die geschickte Farbwahl noch verstärkt. Ein weiteres bemerkenswertes Werk, „Die Puppenspielerin“, zeigt eine Frau mit einer leblose Plastikfigur anstelle eines Neugeborenen. Hier wird die Absurdität der modernen Welt greifbar. Auch „Saturday Night Fever“, das einen erschöpften Mann auf einem Tisch zeigt, spricht Bände über die Schattenseiten des Feierns und der Vergänglichkeit. Ehrlich gesagt, diese Bilder sind zwar eindrucksvoll, hinterlassen aber auch ein mulmiges Gefühl.

Öffnungszeiten und mehr

Die Ausstellung läuft bis zum 18. August 2026, und die Türen stehen von Mittwoch bis Sonntag zwischen 10 und 15 Uhr weit offen. Die Besucher erwartet nicht nur ein ästhetisches Erlebnis, sondern auch eine Einladung, über die Themen der Werke nachzudenken. Stelar selbst beschreibt seine Kunst als „Segen und Fluch“ und gesteht, dass er eine Sucht nach dem Malen hat. Man könnte sagen, das Malen ist für ihn eine Art Katharsis – ein Weg, um mit den inneren Dämonen umzugehen.

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Wer sich für zeitgenössische Kunst interessiert, sollte nicht nur Gmunden besuchen, sondern auch einen Blick über den Tellerrand werfen. Die Staatsgalerie zeigt Arbeiten von Künstlern wie Bridget Riley und Neo Rauch, die unterschiedliche Ansätze in der Malerei verfolgen. Dort wird ein Dialog zwischen verschiedenen Kunstformen und gesellschaftlichen Themen angeregt – etwa durch Videokunst, die Diskriminierung und Gewalt thematisiert. Ein Besuch in der Galerie könnte eine spannende Ergänzung zu Stelars Werken bieten.

Insgesamt zeigt die Ausstellung in Gmunden, dass Kunst mehr ist als nur Ästhetik. Sie fordert heraus, bringt zum Nachdenken und lässt einen nicht so schnell los. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall – und vielleicht entdeckt man dabei auch etwas über sich selbst.

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