In Oberösterreich tut sich was! Engagierte Jugendliche mit Migrationsgeschichte haben jetzt die Möglichkeit, sich für das begehrte START-Stipendium zu bewerben. Die Initiative richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die die Oberstufe einer AHS oder BHS besuchen oder eine Lehre mit Matura anstreben. Hierbei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um ein ganzes Paket an Angeboten, das die jungen Menschen auf ihrem Bildungsweg unterstützt.
Das START-Stipendium bietet nicht nur eine umfassende Beratung, sondern auch Workshops, Seminare und zahlreiche Freizeitaktivitäten. Ein Laptop, ein Tablet und sogar ein Drucker werden zur Verfügung gestellt – ganz im Sinne der Digitalisierung. Und das Beste: Monatlich gibt es Bildungsgeld, das für Nachhilfe oder Sprachreisen genutzt werden kann. Ein unterstützendes Netzwerk hilft zusätzlich, Fragen zu schulischen Herausforderungen oder zur Berufs- und Studienorientierung zu klären.
Die Voraussetzungen für eine Bewerbung
Allerdings gibt es einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Bewerberinnen und Bewerber sollten zwischen 15 und 21 Jahren alt sein und deren Familie muss nach Österreich eingewandert sein. Außerdem ist ein geringes Familieneinkommen erforderlich und eine Freude an gemeinsamen Aktivitäten in der Gruppe wäre auch nicht schlecht.
Das START-Stipendienprogramm gibt es seit 2006 in Wien und hat sich mittlerweile auf andere Bundesländer ausgeweitet – darunter auch Oberösterreich. Seit 2013 ist das Programm als gemeinnütziger, mildtätiger Verein organisiert. Über 750 Jugendliche haben das Programm österreichweit erfolgreich abgeschlossen, und mehr als 100 davon in Oberösterreich. Aktuell sind 20 junge Menschen im Stipendienprogramm aktiv. Unterstützt wird das Ganze von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und dem Land Oberösterreich, wobei die Kosten der Stipendien von heimischen Unternehmen und Privatpersonen getragen werden.
ÖBB unterstützt das Stipendienprogramm
Zusätzlich zur Raiffeisenlandesbank hat nun auch die ÖBB zwei Plätze im START-Stipendienprogramm für das Schuljahr 2024/25 übernommen! Die Initiative der ÖBB zeigt, wie wichtig interkulturelle Vielfalt, Offenheit und Toleranz für Unternehmen sind. Die beiden Stipendiaten, Simran Kour Singh und Mustafa Aljanabi, können sich über materielle Unterstützung und Zugang zu Fortbildungsmöglichkeiten freuen, die ihnen den Weg zur Matura erleichtern. Die ÖBB wünscht ihnen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg!
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Doch nicht nur in Österreich gibt es Stipendien für Menschen mit Migrationshintergrund. Zahlreiche Stiftungen in Deutschland bieten ähnliche Programme an, um Schüler/-innen aus bildungsfernen Familien zu motivieren. Die Hans-Böckler-Stiftung, die Stiftung der deutschen Wirtschaft und die Heinrich-Böll-Stiftung sind nur einige Beispiele, die sich besonders um diesen Personenkreis kümmern. Diese Stiftungen helfen jungen Menschen, die aus benachteiligten sozialen Umfeldern stammen, ihre Träume zu verwirklichen und den Zugang zu Bildung zu erleichtern.
Insgesamt zeigt sich, dass zahlreiche Initiativen in Österreich und darüber hinaus daran arbeiten, Jugendlichen mit Migrationsgeschichte eine bessere Perspektive zu bieten. Ob durch Stipendien, Beratungsangebote oder Netzwerke – es gibt viele Wege, um die Herausforderungen der Bildungslandschaft gemeinsam zu meistern. Und vielleicht ist ja gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, um die eigenen Träume in die Tat umzusetzen!