Heute ist der 5.06.2026, und der Fall eines 64-jährigen Pensionisten aus Zwettl sorgt für Aufregung. Der Mann, der wegen seines aggressiven Verhaltens im Klinikum Zwettl verurteilt wurde, war im März 2026 in die Notfallambulanz gekommen. Eine lebensbedrohliche Situation hatte ihn dorthin getrieben, aber was dann geschah, lässt die Gemüter hochkochen. Der Patient fühlte sich von Anfang an nicht ausreichend betreut. Verständlich, könnte man meinen, aber der Verlauf des Gesprächs mit dem Arzt eskalierte in einer Art und Weise, die einem den Atem raubt.

Der Pensionist drang in einen Raucherraum ein und schob eine Ärztin unsanft hinaus. Drohungen gegenüber dem Arzt und einer Krankenschwester folgten. Vor Gericht bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig und führte starke Schmerzen sowie Todesangst als Gründe für sein Verhalten an. Sein Verteidiger brachte sogar eine bipolare Störung ins Spiel. Doch die Richterin war anderer Meinung und stellte fest, dass der Mann keine Verantwortung übernahm. Das Urteil? Vier Monate bedingte Haft mit dreijähriger Bewährung und die Anordnung, die Kosten des Verfahrens zu tragen. Und das alles ist noch nicht rechtskräftig.

Ein Blick auf die Zahlen

Dieser Vorfall ist nicht isoliert. Von 2018 bis 2022 wurden rund 26.500 Schreck- und Gewaltvorfälle im Gesundheitswesen gemeldet – das sind im Schnitt 5.300 pro Jahr. Diese Vorfälle betreffen nicht nur Patienten, sondern auch das Personal. Über drei Viertel der gemeldeten Fälle sind Gewaltvorfälle zwischen Beschäftigten oder von externen Personen. Das bedeutet, dass die Fronten in einem Krankenhaus oft ganz anders verlaufen, als man es sich vorstellt.

In 88 % der Vorfälle kommt es zu physischen Verletzungen, während 12 % psychische Verletzungen nach sich ziehen. Letztere zeigen sich oft erst zeitlich verzögert. Die meisten Meldungen kommen aus den Bereichen Pflege, Kliniken und Beratungsstellen. Jörg Schudmann, Hauptgeschäftsführer der BGW, hat die alarmierende Situation schon oft thematisiert. Er betont die Notwendigkeit, den Umgang mit Gewalt im Arbeits- und Gesundheitsschutz ernst zu nehmen.

Ein brisantes Thema

Eine Studie aus dem Jahr 2020 hat gezeigt, dass 87 % der Beschäftigten in Notaufnahmen innerhalb eines Jahres körperliche Gewalt erlebt haben. Dabei sind 64 % dieser Gewaltakte Angehörige zuzuschreiben. Und die verbalen Attacken? Die sind für 97 % der Beschäftigten Alltag – von Patienten oder deren Angehörigen. Die emotionalen Folgen sind nicht zu unterschätzen: Ärger, Wut, Hilflosigkeit und Angst werden zur ständigen Begleitmusik. Das wirft die Frage auf: Wie gut sind die Beschäftigten eigentlich auf solche Übergriffe vorbereitet?

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Erstaunlicherweise kannten 24 % der Befragten in einer Umfrage keine Angebote zum Umgang mit Gewalt in ihrem Unternehmen. Lediglich 10 % fühlten sich gut auf mögliche Übergriffe vorbereitet. Dabei ist es entscheidend, eine offene und systematische betriebliche Kultur zu pflegen, um präventiv gegen Aggression und Gewalt vorzugehen. Das Arbeitsschutzgesetz fordert die Arbeitgeber auf, Gesundheitsgefährdungen zu vermeiden und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Doch wie sieht die Realität aus?

Der Fall des Pensionisten aus Zwettl ist ein weiteres Beispiel dafür, wie angespannt die Situation in vielen Gesundheitseinrichtungen ist. Die Frage bleibt: Wie kann man die Sicherheit von Patienten und Personal gewährleisten? Und was muss passieren, damit solche Vorfälle seltener werden?