Mozarts Klangfest: Ein unvergesslicher Abend in Zwettl
Am vergangenen Wochenende, genauer gesagt an einem lauen Sommerabend in Zwettl, war die Stiftskirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Musikliebhaber strömten zusammen, um die Klänge von Wolfgang Amadeus Mozart zu feiern, und das aus gutem Grund: Der große Komponist hätte an diesem Tag seinen 270. Geburtstag gefeiert. Man kann sich nur vorstellen, wie die Vorfreude in der Luft lag, als das Konzert begann, das von der Stiftskapellmeisterin Stefanie Sillar mit großer Hingabe geleitet wurde.
Die Atmosphäre war elektrisierend, und das Publikum war kaum zu bremsen, als die ersten Töne erklangen. Auf der Bühne standen nicht nur zwei Chöre, sondern auch ein Streicherensemble, die Egedacher Orgel, eine Naturtrompete und vier Solisten. Was für eine beeindruckende Besetzung! Man spürte förmlich die Leidenschaft, die in jeder Note lag, während Adele Brandeis an der Orgel und Alexander Kastner an der Naturtrompete das Werk von Leopold Mozart zum Besten gaben. Ein echtes Highlight des Abends, und das war erst der Anfang!
Ein Meisterwerk von Mozart
Das Herzstück des Konzerts war ohne Zweifel die „Vesperae solennes de Confessore“, ein Werk, das Mozart 1780 in einer herausfordernden Lebensphase komponierte. Es ist faszinierend, wie trotz der persönlichen Schwierigkeiten, die er damals erlebte, die Musik so strahlend und positiv klingt. Sillar wies darauf hin, dass die Komposition aus sechs Sätzen besteht, die alle mit der Doxologie „Gloria Patri“ enden. In der Stiftskirche wurde das Publikum mit Stücken wie „Dixit Dominus“ und „Laudate Dominum“ verwöhnt, wobei besonders die Sopranarie „Laudate Dominum“ für Gänsehaut sorgte. Ein Moment, der einfach hängen blieb!
Die Vesperae folgen der katholischen Liturgie und sind für eine Vielzahl von festlichen Anlässen gedacht. Sie verbinden festliche orchestrale Pracht mit kirchlicher Kontrapunktik. Ein wahres Meisterwerk, das in seiner Gesamtheit eine Feier der Musik darstellt! Der Projektchor, bestehend aus 18 externen Sängerinnen und Sängern, hatte sich erst im September zusammengeschlossen und erarbeitete das Konzert im Eilverfahren. Das zeigt einmal mehr, wie leidenschaftlich die Mitwirkenden bei der Sache waren.
Eingeladen zur Agape
Nach einem fulminanten Abschluss, der mit einem herzlichen Dank an die Mitwirkenden einherging, lud Sillar das Publikum zur Agape im Lindenhof ein. Hier konnte man den Abend bei einem Gläschen Wein und guten Gesprächen ausklingen lassen. Ein schöner Moment des Zusammenkommens, der die Gemeinschaft unter den Musikliebhabern noch einmal festigte.
Ein Blick auf die Homepage der Stiftsmusik verrät, dass es in Zukunft viele weitere spannende Projekte gibt. Wer die Vesperae solennes de Confessore nur einmal gehört hat, der wird sicher auch bei den nächsten Aufführungen in der Region dabei sein wollen. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja auch der ein oder andere Mozart-Fan unter den Zuhörern, der am 20. Juni 2026 in der Liebfrauenkirche Witzenhausen dabei sein möchte, wenn die Nordhessische Kantorei und das Göttinger Symphonie Orchester erneut Meisterwerke von Mozart präsentieren.
Ein Abend, der für viele unvergesslich bleiben wird – ein echtes Fest für die Sinne, das zeigt, dass die Musik von Mozart nichts von ihrer Kraft und Anziehungskraft verloren hat. In diesem Sinne: Auf die Musik und die wunderbare Gemeinschaft!
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