Im Bezirk Wiener Neustadt ist die Arbeitslosigkeit im Mai um 4,1% gestiegen. Aktuell sind 4.944 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet. Das ist natürlich keine erfreuliche Nachricht, und viele Menschen in der Region spüren die Auswirkungen dieser Entwicklung hautnah. Von 13. April bis 15. Mai 2023 waren die BeraterInnen des Service für Unternehmen in Niederösterreich aktiv, um die Situation ein wenig aufzuhellen. Über 220 Kontakte mit Unternehmerinnen und Unternehmern wurden hergestellt, und man hat 433 freie Stellen und Lehrstellen akquiriert. Da sieht man doch auch Lichtblicke, oder? Der Leiter des AMS Wiener Neustadt, Harald Nagl, hebt die Bedeutung vorausschauender Personalstrategien hervor. Ein kluger Kopf, der mit Weitblick agiert!
Es gibt auch positive Nachrichten: Seit Jahresbeginn haben 529 junge Menschen, die beim AMS gemeldet waren, eine neue Anstellung gefunden – das sind immerhin 7,7% mehr als im Vorjahr. Das zeigt, dass die Jugend durchaus Chancen hat, auch wenn die Situation insgesamt angespannt bleibt. Bei den über 55-Jährigen sieht es ebenfalls nicht ganz so düster aus: 5.230 Jobsuchenden aus dieser Generation ist der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gelungen, darunter 395 aus dem Bezirk Wiener Neustadt. Das sind 7% mehr als im Vorjahr!
Ein Blick in den Juni
<pDoch die Sorgenfalten bleiben. Zu Beginn des zweiten Halbjahres zeigt sich, dass die Zahl der Arbeitslosen in Wiener Neustadt auf 5.761 angestiegen ist. Ein Anstieg, der sich auch im Juni bemerkbar macht, wo 919 Personen in Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen des AMS stecken. Komischerweise gab es im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um rund 30 Personen. Aber der Vergleich zum Vorjahresmonat ist ernüchternd: Ein Plus von 450 Personen – das sind 8,5 Prozent! Und das liegt über dem bundesweiten Schnitt von 8,1 Prozent. Man fragt sich, wo das alles enden soll.
Es wird prognostiziert, dass die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich bis 2025 um 3,6 Prozent zunehmen könnte. Das klingt nicht gerade nach einem Lichtblick, oder? Dennoch gibt es eine kleine Hoffnung auf allmähliche Erholung am Arbeitsmarkt für das kommende Jahr. Trotz der konjunkturellen Anspannung zeigt sich eine hohe Dynamik. Immer mehr Menschen beenden ihre Arbeitslosigkeit durch neue Jobs, was ein kleiner Lichtblick in dieser trüben Zeit ist.
Die Situation im Detail
<pEin besonders besorgniserregender Trend ist der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 15 Prozent. Bei den Frauen liegt der Anstieg bei 10,7 Prozent, während die Männer mit 9,8 Prozent nur geringfügig besser dastehen. Auch Personen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft haben es nicht leichter – hier stieg die Arbeitslosigkeit um 8,1 Prozent. Die Zahl derjenigen, die seit mindestens einem Jahr beim AMS gemeldet sind, hat sich sogar um 35 Prozent auf 830 erhöht. Es ist einfach nicht mehr witzig.
Besonders betroffen scheinen die Branchen zu sein, die in den letzten Jahren oft als Rückgrat der Wirtschaft galten. Im Bereich Produktion stieg die Arbeitslosigkeit um 15,6 Prozent, im Handel um 15,2 Prozent und im Bauwesen um 10,6 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Lichtblicke: Im Verkehrswesen und bei wirtschaftlichen Dienstleistungen sind die Arbeitslosenzahlen niedrig geblieben. In einem kleinen Schockmoment meldeten die Betriebe im Juni nur 342 neue Stellen – 71 weniger als im Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen sank auf 1.013, was einem Minus von 115 Stellen entspricht.
Insgesamt bleibt die Lage angespannt, und es ist zu hoffen, dass sich die Entwicklungen in den kommenden Monaten zum Positiven wenden. Die Menschen in Wiener Neustadt haben es verdient, wieder in stabilen Verhältnissen zu arbeiten und zu leben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die nächsten Monate gestalten werden und ob die Predigten über vorausschauende Personalstrategien tatsächlich Früchte tragen werden.