Am 3. Juni 2026 wurde im festlichen Rahmen des Sparkassensaals in Wiener Neustadt der „Traude Dierdorf Sozialpreis“ zum fünften Mal vergeben. Über 200 Gäste, darunter zahlreiche Ehrengäste wie die Bundesministerin Korinna Schumann und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, feierten gemeinsam die herausragenden Leistungen von Menschen, die sich für andere einsetzen. Vizebürgermeister Rainer Spenger eröffnete die Gala mit einer bewegenden Ansprache, in der er der verstorbenen Stadtchefin Traude Dierdorf gedachte und ihr unermüdliches Engagement für Bedürftige würdigte.
Ein ganz besonderes Projekt erhielt den Preis in der Kategorie „Soziales Projekt“: Der „Verein Wege zum Wohnen“ wurde für den Bau eines Wohnhauses für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ausgezeichnet. Elke Schmid-Dierdorf überreichte den Preis stellvertretend an die Familie Tauchner, die im Verein aktiv ist. Ein berührender Moment, der zeigt, wie wichtig solche Initiativen für unsere Gesellschaft sind.
Auszeichnung für Zivilcourage und Lebenswerk
Ein weiterer Höhepunkt der Gala war die Ehrung von Lisa Wiedermann, die für ihre unermüdliche Betreuung von Brustkrebspatientinnen den Sozialpreis in der Kategorie Zivilcourage erhielt. Claudia Altmann-Pospischek sprach in ihrer Laudatio über die bemerkenswerte Hingabe und Empathie, die Wiedermann auszeichnet. Und dann war da noch Reinhard Hundsmüller, der für sein Lebenswerk geehrt wurde. Als Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreichs hat er diesen in den letzten Jahren zu einer der größten Rettungs- und Sozialorganisationen des Landes geführt. Hundsmüller, der offen über seine eigene Krebserkrankung sprach, beeindruckte die Anwesenden mit seiner Authentizität und seinem unermüdlichen Einsatz.
Vizebürgermeister Rainer Spenger bedankte sich nicht nur bei der Jury und den Laudatoren, sondern auch bei Künstlern wie Stefan Haider, Ortner4dance und Lydia Kelovitz, die den Abend mit ihren Darbietungen bereichert haben. Es war ein Fest, das nicht nur die Geehrten feierte, sondern auch das soziale Engagement in unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt stellte.
Die Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement
In Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen, wie wir sie seit 2015 erleben – Migrationsströme, die Corona-Pandemie, die Jahrhundertflut im Ahrtal 2021 oder der Krieg in der Ukraine – gewinnt zivilgesellschaftliches Engagement immer mehr an Bedeutung. Es trägt nicht nur zum Funktionieren unserer Gesellschaft bei, sondern fördert auch Solidarität und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, tun dies ohne materielle Gewinnabsicht und aus einem tiefen Bedürfnis heraus, das Gemeinwohl zu fördern.
Vereine und Organisationen wie der „Verein Wege zum Wohnen“ oder der Arbeiter-Samariter-Bund sind das Rückgrat dieses Engagements. Sie stehen zwischen Markt, Staat und Familie und bieten eine institutionelle Infrastruktur, die es Menschen ermöglicht, sich aktiv für andere einzusetzen. In diesem Sinne ist jede Auszeichnung wie der „Traude Dierdorf Sozialpreis“ nicht nur eine Wertschätzung für die Preisträger, sondern auch ein Zeichen dafür, wie wichtig unser aller Einsatz für die Gemeinschaft ist.