Ein Wechsel steht bevor in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich! Johannes Schmuckenschlager, der vor eineinhalb Jahren als Präsident wiedergewählt wurde, hat angekündigt, sich künftig stärker auf seine Rolle im Nationalrat und auf europäischer Ebene zu konzentrieren. Das hat der ÖVP-Bauernbund in einer offiziellen Aussendung verkündet. Angesichts der aktuellen Verhandlungen rund um das EU-Budget und die gemeinsame EU-Agrarpolitik betont Schmuckenschlager die Notwendigkeit eines verstärkten Engagements. Schließlich geht es um die Zukunft der Landwirtschaft und der Bäuerinnen und Bauern, und da möchte er nicht nur als Zuschauer agieren.

Seit seiner Wahl im Jahr 2018, als er Hermann Schultes nachfolgte, hat er viel erreicht. Bei der letzten Kammerwahl konnte der ÖVP-Bauernbund unter seiner Führung stolze 82 Prozent der Stimmen einfahren. Nun wird Lorenz Mayr, bisheriger Kammervizepräsident, die Präsidentschaft übernehmen. Mit Irene Neumann-Hartberger als neuer Vizepräsidentin wird ein starkes Team an die Spitze der Kammer treten. Stephan Pernkopf, der NÖ Bauernbund-Obmann, lobt die beiden als engagierte Persönlichkeiten, die die Interessen der Bäuerinnen und Bauern vertreten. Das klingt vielversprechend, oder?

Schmuckenschlager zieht sich zurück

Mayr hat sich bereits bei Schmuckenschlager für dessen Engagement bedankt. Ein schöner Zug, denn die Herausforderungen in der Landwirtschaft sind gewaltig. Auch Johanna Mikl-Leitner, die ÖVP-Landesparteichefin und Landeshauptfrau, hat Schmuckenschlager für seine Fachkompetenz und sein Engagement gedankt. Sie freut sich auf die Zusammenarbeit mit Mayr und Neumann-Hartberger. Man spürt förmlich den Wandel, der sich anbahnt, und die Erwartungen sind hoch.

Aber nicht nur in Niederösterreich gibt es Bewegung. Die Präsidenten der anderen Landwirtschaftskammern in Österreich, wie Josef Moosbrugger von der LKÖ und Siegfried Huber aus Kärnten, fordern von der EU-Kommission eine Kurskorrektur. Bei einem Pressegespräch in Kärnten, das nach neun Jahren wieder stattfand, wurde klar, dass die Gestaltung und Finanzierung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) auf der Agenda steht. Moosbrugger sprach von einem „agrarpolitisch heißen Sommer“ mit enormen Herausforderungen durch Klimaerhitzung und weltweite Krisen.

Kritik an der EU-Politik

Die beiden Präsidenten kritisieren, dass die EU-Kommission an überholten Strategien festhält und die Landwirtschaft zugunsten anderer Interessen opfert. Es wird gefordert, dass Importprodukte die gleichen Standards erfüllen müssen wie heimische Erzeugnisse. Denn wenn wir schon über Qualität sprechen, dann sollten wir nicht nur auf die heimischen Bäuerinnen und Bauern setzen, sondern auch darauf bestehen, dass Importprodukte dieselben strengen Auflagen erfüllen.

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Die Probleme sind vielfältig: steigende Kosten, stagnierende oder sinkende Erzeugerpreise und die Herausforderungen durch Wetterextreme. Moosbrugger und Huber fordern eine finanziell starke und ausreichend ausgestattete Gemeinsame EU-Agrarpolitik. Ein heißes Eisen, das da angepackt werden muss! Positives gibt es aber auch zu berichten: Die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung und der Milchtransportkostenzuschuss sind erfreuliche Entwicklungen. Zudem gibt es Landesmittel für Hagelversicherungsprämien, die als wichtig erachtet werden.

Die Landwirtschaft steht also zwischen den Stühlen – zwischen den Herausforderungen der modernen Welt und den Anforderungen der Verbraucher. Mit der neuen Führung in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und dem zunehmenden Druck auf europäischer Ebene könnte sich vielleicht etwas bewegen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die neue Konstellation unter Mayr und Neumann-Hartberger entwickeln wird und ob sie die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern erfolgreich vertreten können.

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