Emanuel Herrmann: Der Visionär hinter der Postkarte und die Geschichte ihrer Erfindung
Wien, die Stadt der Musik, der Kultur und – wie sich herausstellt – auch der Postkarten! Ja, richtig gehört. Am Donaukanal gibt es nicht nur ein kühles Getränk in der „Strandbar Herrmann“, sondern auch einen ganz besonderen Namen, der in der österreichischen Geschichte verankert ist. Dieser Name gehört Emanuel Herrmann, einem Visionär, der die Welt der Kommunikation revolutioniert hat. Geboren 1839 in Klagenfurt, war Herrmann nicht nur ein Nationalökonom, sondern auch der Erfinder der Postkarte. Ganz schön beeindruckend, oder?
Sein Werdegang ist das, was man als „beeindruckend“ bezeichnet. Nach einer soliden Schulbildung im Gymnasium in Klagenfurt unter Benediktinern, studierte er Rechtswissenschaften in Wien, Prag und Graz. Später begann er eine akademische Karriere, die ihn an verschiedene Institutionen führte, darunter die Militärakademie in Wiener Neustadt und die Technische Hochschule Wien. Unter seinen vielen Rollen war er auch Ministerialrat am Ministerium für Kultus und Unterricht – ein echter Überflieger in jeder Hinsicht!
Die Erfindung der Postkarte
Am 26. Januar 1869 geschah das Unfassbare. In der „Neuen Freien Presse“ veröffentlichte Herrmann einen Artikel, in dem er eine neue Art der Korrespondenz vorschlug: die Verwendung von offenen Karten für kurze Mitteilungen. Anstatt einen Briefumschlag zu verwenden, sollte man einfach eine Karte mit einem Text von maximal 20 Wörtern nutzen. Am 1. Oktober 1869 setzte die k.u.k. Postverwaltung seine Idee in die Tat um und führte die „Correspondenz-Karte“ ein – die erste amtliche Postkarte der Welt. Mit einer Größe von 8,5 cm x 12,2 cm kostete sie nur 2 Kreuzer, weniger als die Hälfte des damaligen Briefportos von fünf Kreuzern. Ein echter Knaller!
Innerhalb kürzester Zeit wurden Millionen dieser Karten verschickt. Die Postkarte traf den Nerv der Zeit – in einer Ära der Industrialisierung war sie der perfekte Weg, um Grüße und Nachrichten schnell und günstig zu versenden. Herrmann hatte ein Gespür für das, was die Menschen brauchten. Lustig zu wissen: Der Name „Postkarte“ wurde erst 1872 eingeführt, und 1875 folgte die Gründung des Weltpostvereins, der die Weltpostkarte einführte. Wer hätte gedacht, dass Herrmanns einfache Idee so eine große Welle schlagen würde?
Ein Blick in Herrmanns Leben
Doch das ist noch nicht alles. Herrmann stammte aus einer interessanten Familie. Sein Vater war Bezirkshauptmann in Klagenfurt, und er hatte eine Mutter, die 1811 geboren wurde. Sogar seine Vorfahren hatten bemerkenswerte Berufe – der Großvater war Zeichenmeister und der Urgroßvater wanderte aus Schlesien ein. Am 9. September 1865 heiratete er Maria Gußmann, mit der er zwei Kinder hatte. Man könnte sagen, seine Familie war wie ein Mosaik aus Talenten und Berufen, das sich in seiner eigenen Karriere widerspiegelt.
Seine Villa in Pörtschach am Wörther See, die er „Seefels“ nannte, könnte vermutlich viele Geschichten erzählen. Herrmann war nicht nur ein Akademiker, sondern auch ein leidenschaftlicher Sammler von Volksliedern, die er veröffentlichte. Zudem war er politisch aktiv und saß im Kärntner Landtag. Ein wahrer Alleskönner!
Die weltweite Verbreitung der Postkarte
Die Geschichte der Postkarte ist jedoch nicht ohne Kontroversen. Die Urheberschaft wurde später angezweifelt, und andere wie Heinrich von Stephan wurden als mögliche Erfinder genannt. Während die ersten Vorbilder von Postkarten in Frankreich und den USA auftauchten, war es Herrmann, der die Idee für die amtliche Version tatsächlich umsetzte. Interessant ist, dass die Postkarte während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 kostenlos an deutsche Soldaten versendet werden durfte – über 10 Millionen Karten wurden verschickt. Die Postkarte war also nicht nur eine Erfindung, sondern auch ein wichtiges Kommunikationsmittel in Krisenzeiten.
Heute, am 19.07.2026, wird die Postkarte immer noch als nostalgisches Medium geschätzt. Besonders im Sommer, wenn Urlaubsgrüße aus aller Welt verschickt werden, lebt diese Tradition weiter. Während man heutzutage schnell eine Nachricht über WhatsApp sendet, bleibt die Postkarte dennoch ein charmantes Relikt, das uns an die guten alten Zeiten erinnert. Und wenn man in Wien am Donaukanal sitzt und auf die „Strandbar Herrmann“ blickt, denkt man unweigerlich an den Mann, der die Art und Weise, wie wir kommunizieren, für immer verändert hat.
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