Am Pfingstmontag, dem 25. Mai, fand im malerischen Alpenstadion in Waidhofen an der Ybbs die mit Spannung erwartete Marschmusikbewertung des NÖ Blasmusikverbandes statt. Strahlendes Frühsommerwetter, das die Herzen der Anwesenden höherschlagen ließ, begleitete die musikalischen Darbietungen, die um 10.00 Uhr mit dem Einmarsch der Kapellen begannen. Die Trachtenmusikkapelle St. Leonhard, als Organisatorin der Veranstaltung, stellte dabei den Gemeinschaftsgeist und das musikalische Können der teilnehmenden Kapellen in den Vordergrund.
Die Veranstaltung war mehr als nur ein Wettkampf. Sie war ein Fest der Blasmusik, ein Ort des Austausches zwischen Familien, Musikfreunden und Vertretern des öffentlichen Lebens. Ehrengäste wie Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Bürgermeister Werner Krammer ließen sich die festliche Stimmung nicht entgehen. Kulinarische Angebote sorgten dafür, dass auch der Gaumen auf seine Kosten kam – die Verlockung der Würstelstände und der süßen Mehlspeisen war einfach zu groß!
Wettbewerb und Bewertung
Die teilnehmenden Musikkapellen aus dem Bezirk und darüber hinaus traten in verschiedenen Wertungsstufen an, wobei die Bewertungskriterien Kameradschaft, Disziplin und die Pflege des Brauchtums umfassen. In der Stufe D, mit maximal 90 Punkten, erreichten Ybbsitz 79,5 Punkte, St. Leonhard 80 Punkte, Ertl 81,5 Punkte und die Stadtkapelle Scheibbs beeindruckte mit 85 Punkten. In der höheren Stufe E, die bis zu 100 Punkte vergab, glänzte die Trachtenmusikkapelle Konradsheim mit 96 Punkten, gefolgt von St. Georgen/Klaus mit 94,5 Punkten und Allhartsberg mit 93,5 Punkten. Die Stadtmusikkapelle Waidhofen und der Musikverein Windhag rundeten die Liste ab, beide mit soliden Leistungen.
Diese Marschmusikbewertung ist für viele Musikerinnen und Musiker der Höhepunkt ihres Vereinsjahres. Die Bedeutung der Blasmusik im Mostviertel wird durch Veranstaltungen wie diese eindrucksvoll unterstrichen. Die Tradition, die sich durch die Jahrhunderte zieht, ist nicht nur ein Teil des kulturellen Erbes, sondern auch ein Lebensgefühl, das viele Menschen verbindet.
Ein Blick in die Geschichte
Die Blasmusikszene in Österreich hat eine lange und bewegte Geschichte. Von der Gründung des Österreichischen Blasmusikverbandes im Jahr 1959 bis hin zu den aktuellen Herausforderungen, wie der Unterstützung während der COVID-19-Pandemie, hat sich viel getan. Die Einführung von Bildungsplattformen wie „BlasmusikONline“ im Jahr 2021 zeigt, wie flexibel und anpassungsfähig die Vereine sind. Auch die zahlreichen Wettbewerbe, die über die Jahre ins Leben gerufen wurden, wie der erste „Österreichische Blasorchester-Wettbewerb“ im Jahr 2019, verdeutlichen die stetige Weiterentwicklung der Blasmusik in Österreich.
Ob beim Marsch, in der Konzertmusik oder in der Jugendarbeit – Blasmusik ist vielfältig und lebendig. Die Initiativen zur Förderung von Jugendkapellen und die Unterstützung der Musikkapellen in schwierigen Zeiten sind nur einige Beispiele für das Engagement, das in dieser Gemeinschaft steckt. Veranstaltungen wie die Marschmusikbewertung sind nicht nur ein Wettbewerb, sondern ein Fest, das die Leidenschaft und das Können vieler Musikerinnen und Musiker zelebriert.