In den letzten Tagen hat sich in Waidhofen an der Thaya etwas ganz Besonderes abgespielt. Ein engagiertes Team von freiwilligen Helferinnen und Helfern aus dem Pflege- und Betreuungszentrum hat einen Fortbildungstag im malerischen Echsenbach besucht. Der Fokus lag auf einem Thema, das oft aus dem Alltag gedrängt wird, aber dennoch eine immense Bedeutung hat: der Tod. Der Kurs mit dem Titel „Letzte Hilfe Kurs – weil der Tod ein Thema ist“ wurde von Martin Prein geleitet, der den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die Begleitung von Menschen in schwierigen Lebensphasen gab.
Die Ehrenamtlichen, die bereits viel Erfahrung mitbringen, berichteten von ihren eigenen Unsicherheiten im Umgang mit dem Thema Tod. Komischerweise ist es ein Thema, das selbst die erfahrensten Helfer oft sprachlos macht. Der Kurs bot den Teilnehmenden nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Werkzeuge, die es ihnen ermöglichen, Menschen in stiller Not beizustehen und wirklich zuzuhören. Ein entscheidender Aspekt war die Aufklärung über Mythen rund um das Sterben. Diese Klarheit hilft nicht nur den Ehrenamtlichen, sondern wird auch den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflege- und Betreuungszentrums zugutekommen.
Ein Blick hinter die Kulissen der Sterbebegleitung
Das Thema Sterbebegleitung ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine wertvolle Lebensaufgabe. Um dies zu meistern, ist es wichtig, sich auf das Leben und das Sterben einzulassen. Der Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche im Hospiz vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch eine Haltung und Austausch unter Gleichgesinnten. Hier geht es darum, Zeit zu schenken, einfach da zu sein und zuzuhören. Das klingt einfach, ist aber oft alles andere als das.
Die Aufgaben als Hospizbegleiter:in sind vielfältig. Von einfach nur da sein, über Vorlesen, Spaziergänge, bis hin zum Halten von Händen – es geht darum, den Sterbenden und deren Angehörigen eine Entlastung zu bieten. Dabei ist keine Pflege erforderlich. Der Fokus liegt auf Präsenz, Zuhören und Mitgehen. Themen wie Kommunikation, Nähe und Distanz, aber auch Selbstfürsorge stehen im Mittelpunkt der Ausbildung. Ein Beispiel für einen solchen Vorbereitungskurs ist das Celler Modell, das praxisnahe und fundierte Inhalte bietet.
Die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement
In Österreich ist das ehrenamtliche Engagement für die Begleitung sterbender Menschen in Hospizen und Einrichtungen von enormer Wichtigkeit. Fast alle Hospize bieten spezielle Ausbildungen an, die mindestens 100 Unterrichtsstunden umfassen und sich über ein Jahr erstrecken. Diese Ausbildungen sind sowohl für Berufstätige als auch für Nichtberufstätige geeignet und beinhalten sowohl theoretische als auch praktische Inhalte.
Die Themen sind breit gefächert: von Kommunikation über Biographiearbeit bis hin zu rechtlichen, ethischen und religiösen Fragen. Auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Glaubensrichtungen ist von Bedeutung. Die Ausbildung endet meist mit einer feierlichen Beauftragung oder einem Zertifikat, was den Ehrenamtlichen das Gefühl gibt, gut vorbereitet in ihre Aufgaben zu starten.
Die Ehrenamtlichen, die sich engagieren, sind sich ihrer Grenzen bewusst und achten auf Selbstfürsorge. Es ist kein einfacher Weg, aber die Zuwendung, Solidarität und das Verständnis, das sie den Sterbenden und ihren Angehörigen schenken, sind unbezahlbar. Wer Interesse hat, kann sich an eine Hospizinitiative in der Nähe wenden und weitere Informationen einholen. Es gibt immer einen Weg, wie man helfen und etwas bewirken kann.