Die Diskussion über Gemeindezusammenlegungen ist in Österreich wieder ganz oben auf der Agenda – und das nicht ohne Grund! Der Spardruck, der durch die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen verstärkt wird, bringt viele Gemeinden ins Grübeln. Eine Umfrage von MeinBezirk zeigt, dass 64 Prozent der Österreicher:innen den Fusionen positiv gegenüberstehen. Man könnte sagen, die Zeit ist reif für Veränderungen, die nicht nur Geld sparen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden stärken könnten.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass 74 Prozent der Befragten stärkere Kooperationen zwischen den Gemeinden aus Spargründen befürworten. Doch nicht jeder ist in der Frage der Zusammenlegungen ganz unvoreingenommen: Lediglich 37 Prozent sind für Fusionen, wenn es nur um den Geldbeutel geht. Bürgermeister Ulrich Achleitner (ÖVP) von Groß Siegharts sieht durchaus Vorteile für die Bürger:innen, wenn seine Gemeinde mit Dietmanns kooperiert. Sein Kollege, Bürgermeister Harald Hofbauer (SPÖ) von Dietmanns, fordert jedoch mehr Klarheit über die Vor- und Nachteile solcher Schritte.

Kooperationen im Bezirk Waidhofen an der Thaya

Die beiden Gemeinden Groß Siegharts und Dietmanns arbeiten bereits seit den 70er Jahren im Bereich Umweltschutz zusammen, insbesondere bei der Abwasserbehandlung. Gemeinsame Projekte wie die Abwasser- und Wasserversorgung, das Standesamt und die Friedhofsverwaltung zeigen, dass Kooperationen nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll sind. Die gemeinsame Abfallsammelstelle in Groß Siegharts ist ein weiteres Beispiel für pragmatische Zusammenarbeit. So wird nicht nur der Geldbeutel geschont, sondern auch der Service für die Bürger:innen verbessert.

Doch die Umfrageergebnisse des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) verdeutlichen auch, dass das Vertrauen in die Bundesländer gesunken ist. Früher waren die Gemeinden die wichtigste politische Ebene, heute steht der Bund an erster Stelle. Christoph Haselmayer, ein Experte, sieht die Gründe dafür in den Streitigkeiten, die etwa die Gesundheitsversorgung und Bildung betreffen. Nur 3 Prozent der Befragten äußern Skepsis gegenüber stärkeren Kooperationen, während 94 Prozent diese befürworten. Besonders unter den Wähler:innen der NEOS und der Grünen sind die Gefühle für Fusionen und Kooperationen stark ausgeprägt.

Die Stimmen der Bürger:innen

Wenn wir noch einen Schritt weiter gehen, sehen wir, dass 48 Prozent der Befragten bereit sind, höhere Gebühren für Leistungen wie Wasserversorgung oder Kinderbetreuung zu zahlen. Auf der anderen Seite haben 46 Prozent wenig Verständnis dafür. Interessant ist, dass 71 Prozent der SPÖ-Wähler:innen mehr zahlen würden, während nur 30 Prozent bei den FPÖ-Wähler:innen dafür Verständnis zeigen. Das wirft die Frage auf: Wie viel sind die Bürger:innen bereit zu investieren, um ihre Gemeinden zukunftssicher zu machen?

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Gemeindebund-Präsident Hannes Pressl lehnt Zwangszusammenlegungen ab und betont die Bedeutung der demokratischen Mitbestimmung in kleinen Gemeinden. Das Gefühl, einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort zu haben, ist vielen wichtig. Bei all den Überlegungen zur Fusionierung bleibt der Erhalt von Traditionen – wie dem alten Ortswappen und dem Ortsnamen – ein schmaler Grat, der gut überlegt sein will.

Transparenz und Vertrauen

Eine erfolgreiche Fusion hängt von der Kommunikation auf Augenhöhe ab. Bürger:innenversammlungen, transparente Informationen und der Dialog mit den Gemeindebürger:innen sind entscheidend. Der Gemeindevorstand und die Bürgermeister:innen müssen von der Zusammenlegung überzeugt sein, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu fördern. Fragen zur Kostenverteilung oder zur Anzahl der Mandatare sind dabei nicht zu vernachlässigen. Letztlich bieten Gemeindefusionen die Möglichkeit, finanzielle Aspekte neu zu regeln und effizientere Strukturen zu schaffen. Wenn alle an einem Strang ziehen, kann aus einer Fusion wirklich ein Gewinn für alle werden!

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