In St. Pölten hat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner kürzlich ein spannendes Projekt vorgestellt, das die heimische Wirtschaft stärken soll. Es geht um die Rüstungsinvestitionen des Bundes, die nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Wertschöpfung in Niederösterreich fördern sollen. Zusammen mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker wurde ein Konzept präsentiert, das darauf abzielt, dass die Gelder vor allem den lokalen Betrieben zugutekommen. Ein ganz konkretes Ziel: 2023 fließen rund 102 Millionen Euro in die militärische Infrastruktur des Bundesheeres in Niederösterreich. Und das ist erst der Anfang, denn bis 2027 sind weitere 103 Millionen Euro eingeplant!

Ein zentrales Element dieser Initiative ist der Ausbau des Programms „Wirtschaft & Sicherheit“. Damit sollen Unternehmen gezielt bei Bundesheer-Ausschreibungen unterstützt werden. Die Wirtschaftsagentur ecoplus, die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung setzen sich gemeinsam dafür ein, dass die regionalen Betriebe bei den Ausschreibungen nicht nur mitmischen, sondern auch einen ordentlichen Teil des Kuchens abbekommen. Ab September 2023 sind sogar regionale Beschaffungsworkshops in mehreren Bezirken geplant, um die Unternehmen fit für die kommenden Herausforderungen zu machen. Ein echter Gewinn für die Wirtschaft!

Ein Blick über die Grenze

Wenn wir schon bei Rüstungsinvestitionen sind, lohnt sich ein Blick auf die deutsche Rüstungsindustrie. Dort ist die Branche stark konzentriert und wird von einigen großen Konzernen dominiert, wie Airbus Defence & Space und Rheinmetall. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland Rüstungsgüter im Wert von etwa 11,3 Milliarden Euro produziert. Dabei entfiel der Großteil – rund 63 % – auf die Luft- und Raumfahrt. Man merkt, die Nachfrage nach militärischen Geräten ist ungebrochen. Mit einem Verteidigungsetat, der seit 2022 auf etwa 111 Milliarden Euro angewachsen ist, wird auch in Deutschland kräftig aufgerüstet. Besonders die internationale Verteidigungsnachfrage steigt, was die Budgets der NATO-Staaten in die Höhe treibt.

Die deutsche Rüstungsindustrie hat eine breite Basis, die von mittelständischen Zulieferbetrieben geprägt ist. Viele dieser Unternehmen sind wahre Spezialisten in ihren Nischen und tragen erheblich zur Innovationskraft der Branche bei. Komischerweise sind es oft gerade diese kleineren Firmen, die fast 70 % aller Bundeswehr-Aufträge erhalten – ein echter Beweis dafür, dass nicht nur die Großen das Sagen haben. Auch wenn die Branche durch große Herausforderungen geprägt ist – wie die Verzögerungen bei Aufträgen aus dem Sondervermögen – bleibt das Interesse an Rüstungsprojekten ungebrochen.

Die Rüstungsindustrie im Wandel

Die Rüstungsindustrie in Deutschland, aber auch in Österreich, hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stark gewandelt. Wo einst die komplette Branche nach dem Krieg aufgelöst wurde, erlebte sie in den 1950er Jahren einen Neuanfang. Und seit dem Ukraine-Krieg 2022 ist die Aufrüstung in Europa ein heiß diskutiertes Thema. Mit der EU-Initiative „Readiness 2030“ sind Investitionen von rund 800 Milliarden Euro in Rüstungsgüter geplant. Das zeigt, wie stark die geopolitischen Rahmenbedingungen die Branche beeinflussen.

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In diesem Kontext wird deutlich, dass Rüstungsgüter nicht nur militärischen, sondern auch zivilen Zwecken dienen können. Technologien aus der Rüstungsindustrie finden sich in vielen Bereichen wieder, von der Kommunikationstechnik bis zur Sicherheitstechnik. Ein wahrhaft komplexes Feld, das zeigt, wie eng Sicherheitspolitik und Industrie miteinander verwoben sind. Der militärisch-industrielle Komplex ist in Deutschland seit den 1950er Jahren eine feste Größe und sorgt dafür, dass die Beschaffung von Rüstungsgütern über das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr organisiert wird.

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