Am 25. April 2026 fand in Lassing eine beeindruckende Zugsübung des Sonderdienstes Wald- und Flurbrandbekämpfung – Zug West statt. Rund 100 Mitglieder der Waldbrandbekämpfungsgruppe nahmen an dieser großangelegten Veranstaltung teil, die sich auf verschiedene Szenarien und Einsatztechniken konzentrierte. Ein wesentlicher Bestandteil der Übung war das Arbeiten im steilen Gelände, was die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen stellte.
Die Zusammenarbeit mit der Bergrettung und die Durchführung von Aktivitäten wie dem Abseilen der Mitglieder und dem Einsatz von Motorsägen zur Eindämmung und Verhinderung von Waldbränden waren zentrale Elemente der Übung. Zudem wurde besonderes Augenmerk auf die fachliche Ausbildung gelegt, mit Stationen, die unter anderem den Feuerwehrmedizinischen Dienst mit Notfallmedizin und die korrekte Anwendung eines Tourniquets beinhalteten. Auch der Flugdienst, der die Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen und taktische Vorgehensweisen bei Vegetationsbränden thematisierte, wurde in die Übung integriert.
Technologische Unterstützung im Einsatz
Ein innovativer Aspekt der Übung war der Einsatz einer Drohne, ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, die zur Lageerkundung und zum Auffinden von Glutnestern diente. Diese Technologie stellt einen wertvollen Fortschritt in der Waldbrandbekämpfung dar, da sie den Einsatzkräften ermöglicht, frühzeitig auf mögliche Gefahren zu reagieren. Doch nicht nur technische Hilfsmittel wurden verwendet, auch die traditionellen Methoden der Brandbekämpfung fanden Berücksichtigung.
Waldbesucher, die oft als erste am Brandort eintreffen, können ebenfalls einen wertvollen Beitrag leisten. Sie sollten Hilfe rufen und versuchen, den Brand mit Zweigen und Ästen, vorzugsweise von Kiefern, auszuschlagen. Brandreste sollten in die Brandfläche gefegt werden, um dem Bodenbrand die Energie zu entziehen. Wenn die Einsatzkräfte eintreffen, ist es wichtig, dass sie mit Spaten oder Schaufel eine Schneise graben, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Effektive Bekämpfungstechniken
Die Bekämpfung von Waldbränden erfordert eine Vielzahl von Techniken. Wasser wird häufig mit Handgeräten und D-Rohren eingesetzt, wobei es entscheidend ist, ein Überschlagen des Bodenfeuers auf Bäume und deren Kronen zu vermeiden. Technisch können Traktoren dazu verwendet werden, Wundstreifen anzulegen, die von manuell arbeitenden Einsatzkräften unterstützt werden. Diese Wundstreifen müssen von trockenen Gras-, Humus-, Zapfen- und Stubbenresten befreit werden, um die Effektivität der Bekämpfung zu erhöhen.
Bei Vollbränden gehen Feuerwehrkräfte mit Spaten, Plagghacken oder Schaufeln gegen Bodenbrände vor. Wenn die Wurfweite nicht ausreicht, wird ein defensives Vorgehen empfohlen. Eine stabile Verteidigungslinie ist unerlässlich, um die Feuerwalze zu stoppen oder auszubremsen, wobei natürliche Auffanglinien wie Laubwälder oder Straßen genutzt werden sollten.
Die großangelegte Übung in Lassing hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine umfassende Vorbereitung und die Schulung der Einsatzkräfte in der Waldbrandbekämpfung sind. Durch den Austausch von Wissen und die Anwendung neuer Technologien wird die Sicherheit unserer Wälder und somit auch der Lebensräume vieler Menschen und Tiere gewährleistet.