In Neunkirchen hat sich etwas zusammengebraut! Bürgermeister Peter Teix und sein Mürzzuschlager Kollege Karl Rudischer haben ihre Stimmen erhoben und einen offenen Brief an Bildungsminister Christoph Wiederkehr verfasst. Der Grund? Die finanzielle Unterstützung für die Gemeinden mit Hallenbädern. Denn eines steht fest: Hallenbäder sind weit mehr als nur ein Ort zum Planschen; sie sind unverzichtbare Einrichtungen für Freizeit, Bildung und vor allem Sicherheit.
Wenn man sich die Zahlen anschaut, wird deutlich, wie wichtig diese Schwimmbäder sind. Das Hallenbad in Neunkirchen wird jährlich von etwa 25.000 Schülern besucht. Das sind rund 55 Bildungseinrichtungen aus Neunkirchen und dem benachbarten Wiener Neustadt, die auf das Angebot zurückgreifen. Doch die Situation ist alles andere als rosig, denn Neunkirchen kämpft mit einem hohen Defizit – zuletzt verzeichnete die Stadt ein Minus von etwa 453.000 Euro. Teix lässt keinen Zweifel daran, dass eine Schließung des Hallenbades für ihn nicht in Frage kommt. Unterstützt wird er dabei von Helmut Fiedler von der FPÖ, der die Bedeutung des Schwimmbades für die Lebensqualität der Bürger unterstreicht.
Ein Aufruf zur Unterstützung
Die Forderung nach Unterstützung ist also mehr als nur ein Wunsch. In vielen Gemeinden ist die Lage prekär. Auch auf der anderen Seite der Grenze, in Deutschland, sieht es nicht besser aus. Dort verfügen 94% der Kommunen über Sporthallen und 92% über Sportplätze. Doch die Investitionen in die Infrastruktur sind stark rückläufig. Eine Sonderbefragung zeigt, dass 62% der Kommunen einen Investitionsstau bei Hallenbädern haben. Das lässt einen aufhorchen! Über 40% der Kommunen können aufgrund des baulichen Zustands ihrer Sportstätten keine Sportangebote anbieten. Ist das nicht alarmierend?
In Neunkirchen ist der Aufschrei also Teil eines größeren Problems. Die Kommunen stehen unter Druck – und das nicht nur finanziell. Über 36% der Kommunen fürchten eine Reduzierung des Sportangebots in der Zukunft. Und wenn wir ehrlich sind, das kann niemand wollen. Die Schließung von Sportstätten, sei es Freibäder oder Hallenbäder, wäre ein herber Rückschlag für die Gemeinschaft. 16% der Hallenbäder könnten tatsächlich schließen, wenn keine Sanierungen erfolgen.
Die Zukunft der Freizeitgestaltung
Wenn wir uns die Pläne für 2024 ansehen, wird klar, dass Investitionen in die Sportinfrastruktur in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro geplant sind. Doch Experten warnen, dass steigende Baukosten zu einem Rückgang der Investitionen führen könnten. Das lässt einen schon ein bisschen nachdenklich zurück. Wie wird die Freizeitgestaltung in unseren Gemeinden aussehen, wenn die Schwimmbäder und Sportstätten nicht mehr aufrechterhalten werden können? Es ist an der Zeit, dass wir die Wichtigkeit von Hallenbädern und Sportstätten in den Fokus rücken und die notwendigen Schritte zur Unterstützung einleiten. Denn eines ist sicher: Ohne diese Einrichtungen leidet das soziale Leben in unseren Städten.